„Die westliche Demokratie ist nicht zukunftsfähig“- behaupten die Chinesen. Ist da was dran?

Demokratie.
Ist nicht normal.
Gewaltenteilung
Ist nicht normal.
Sein Recht
auch gegen
Großkopferte
zu bekommen.
Ist nicht normal.
Normal ist.
Einseitige Gewalt.
Tibets Kultur
zu löschen.
Uiguren ohne
Grund in Lagern
festzusetzen.
Hongkongs
verbriefte Rechte
mit einem
Federstrich
zu streichen.
Autokratien
sind keine
menschlichen
Leistungen.
Sie sind das
Rudelerbe aus
der Tierwelt.
Immer mit den
Zähnen am Hals
der Schwächeren.
Die westliche
Demokratie musste
von Menschen
gegen die
tierischen Instinkte
durchgesetzt werden.
Sie ist das Beste,
was für das
Zusammenleben der
Menschen erfunden wurde.
Aber sie ist nicht normal.

 

4 Gedanken zu “„Die westliche Demokratie ist nicht zukunftsfähig“- behaupten die Chinesen. Ist da was dran?

  1. Karlheinz Raum says:

    Demokratie – ein Auslaufmodell?
    In unserer Mittwochsrunde wurde deutlich, dass westliche Demokratien noch in den Kinderschuhen stecken. Obwohl sie bereits vor über 2000 Jahren an einem Philosophen Stammtisch, als Modell einer zukünftigen Gesellschaft, angedacht wurde.
    Dazwischen lagen rund 2000 Jahre autokratischer Systeme, die sich immer noch um die Vorherrschaft streiten.
    Die ersten Ansätze von Demokratie wurden in der französischen Revolution, Ende 18.Jh., sichtbar, als Elemente von Demokratie, zur Parole einer neuen Gesellschaftsordnung wurden.
    „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ war das Motto, das sich über Europa verbreitete, wobei Napoleon Bonaparte wohl den größten Anteil an der Umsetzung hatte.
    Briten und Franzosen brachten dieses neue Wertesystem nach Amerika, wo viele Elemente dieser Gesellschaftsordnung in die Verfassung der USA übernommen wurden.
    Was ist die Ursache, dass die Entwicklung stockt?
    Offensichtlich ist der ursprüngliche Gedanke einer gerechten Ordnung, nämlich das Gemeinwohl, verlorengegangen, weil vorangegangene Versuche gescheitert sind, wie zum Beispiel; Sozialismus und Kommunismus.
    Scheinbar ist es erforderlich, das alte Konzept neu zu formulieren. Ein Programm, worin das Volk, den Begriff Gemeinwohl beschreibt.
    Mein Vorschlag dazu wäre;
    1. Abschaffung der Parteien.
    2. Abschaffung der Kandidaten
    3. Abschaffung von Wahlspenden
    4. Unterrichtsfach: Gemeinwohl
    Das zur Umsetzung erforderliche Personal wird wie in einer Firma ausgeschrieben und die Kandidaten haben sich zu bewerben und Ihre Eignung – Kompetenz nachzuweisen.
    Das klingt wie Utopie, aber anders ist Gemeinwohl kaum zu verwirklichen.

     
  2. Roland Duerre says:

    Das Hauptproblem der “westlichen Demokratien” ist die Wahl von Personen. Man gibt seine Stimme ab und macht Personen mächtig, die (System-)Agenten eines oligarchischen Parteiensystems sind und natürlich zuerst an sich selber denken. Besser wäre es, einen demokratisch ermittelten gesellschaftlichen “rohen Konsens” (rough consens) zu schaffen und zu folgen. Seine Stimme sollte man behalten und selber an den wichtigen Entscheidungen teilhaben.
    Siehe auch https://www.youtube.com/watch?v=r0G_vuWTOUw zu liquid democracy!
    Auch die Demokratie hätte mal ein bisschen erneuert werden müssen. Jetzt erscheint sie mir arg kaputt.

     
  3. Ekkehard says:

    Die chinesischen Machthaber glauben, unsere Demokratie hätte keine Zukunft – und ich fürchte, sie könnten Recht haben. Dagegen werden wir kaum ankommen, wenn wir weitere Jahrhunderte darüber nachdenken, wie eine ideale Demokratie ausgestaltet sein könnte. Ich finde, das Erreichte war schon ganz schön: So frei wie wir konnten unsere Vorfahren niemals leben und es wäre schlimm, wenn unsere Enkel das wieder verlören. Ich finde unsere sicherlich unvollkommene Demokratie verliert tatsächlich an Kraft. Ihr großer Vorteil ist zwar die durch sie gewährte Freiheit, aber für viele hat sie den Nachteil, dass die Freiheit der Anderen respektiert werden muss und nachhaltige Verbesserungen nur aus der Förderung des Gemeinwohls erwachsen können.
    Ich halte das Thema Demokratie weitgehend für „ausphilosophiert“. Platon hat die Demokratie sogar abgelehnt, weil er die abgetakelte, korrumpierte attische Staatsform kannte und die Macht an dazu erzogene Edelmenschen delegieren wollte, die keinen Eigennutz, kein Vermögensinteresse, keine Machtgier kennen sollten. Das war eine Utopie, weil es diese Menschen nicht gibt. Sein moderner Widerpart Karl Popper träumte davon, dass alle Menschen gleichberechtigt und frei sein und entscheiden sollten. Er strebte nach der Massendemokratie als Alternative zu den Diktaturen seiner Zeit. Wieder eine Utopie, weil kaum vorstellbar ist, dass ein ausreichender Teil der „freien Masse“ verantwortlich in einer Demokratie mitwirken.
    Ich kenne nur einen Staat, bei dem man zumindest teilweise unterstellen kann, dass er vom Volk regiert wird: Die Schweiz. Dort regieren zwar auch Politiker und Parteien, aber Gesetze treten nur in Kraft, wenn die Wahlberechtigten darüber positiv abgestimmt haben. Das scheint mir in einer Massendemokratie wie Deutschland, mit seinen 16 Bundesstaaten und 82 Millionen Einwohnern, kaum machbar. Die Schweiz hat nur 8 Millionen Einwohner, wovon 4 Millonen als Urschweizer gelten können, die sich auf 26 Bundesstaaten verteilen. Dazu kommt eine geübte Handhabung von Jahrhunderten. Außerdem ist die Schweiz auch zu klein, um den Westen zu retten.
    Ich will die Hoffnung aber nicht aufgeben und setze dabei auf zwei Personengruppen; Die Politiker und die demokratisch gesinnten Bürger. Außerdem wünsche ich mir, dass der Gerechtigkeitssinn sich nicht weiterhin zum Unsinn auswächst.
    Selbstverständlich handeln Politiker höchst selten gegen ihr Eigeninteresse. Nächstenliebe gibt es auch nicht ohne Eigenliebe. Natürlich gibt es auch kriminelle Politiker, so wie in jeder anderen Menschengruppe auch. Vergehen von Politikern sind nur weit wirksamer und bei Aufdeckung Aufsehen erregender als entsprechende Taten von Hundesteuerverwaltern. Wir brauchen aber Politiker, so wie wir Zahnärzte, Schreiner oder Unternehmer brauchen. Allerdings muss man diese Leute wieder in die Pflicht nehmen. Wir brauchen sie nicht in Talkshows und als Märchenerzähler im Wahlkampf. Sie sollten vielmehr Ordnungspolitik betreiben, Entscheidungen treffen und dazu auch stehen und Rechenschaft ablegen über ihre Tätigkeit.
    Die Bürger, die ich kenne, wollen in unserer Demokratie leben. Das heißt in Freiheit leben, aber auch diese Staatsform ernst nehmen. Das ist doch nicht zu schwer. Man muss geltende Regeln beachten, Mitmenschen respektieren und auch Politiker für Mitmenschen halten. Auch Entscheidungen sind zu respektieren. Man hat das Recht, sie für falsch zu halten, muss dies aber begründen können. Wenn man Entscheidungen als falsch erkennt, sollte man zumindest davon ausgehen (können), dass diese nicht aus bösem Willen, sondern von einer Mehrheit getroffen wurden.
    Ein Beispiel zur Gerechtigkeit: Die Bundesrepublik hat meines Erachtens das beste Wahlgesetz der Welt: Es gibt 249 Wahlkreise und 598 zu wählende Abgeordnete. In den Wahlkreisen werden die Direktkandidaten gewählt (Erststimmen). Die Zweitstimmen werden nach dem Stimmenanteil verteilt, wobei bei der Zuordnung die direkt gewählten Kandidaten abgezogen werden. Damit werden die Nachteile der reinen Direktwahl (Zweiparteiensystem, eine Minderheit der Wahlstimmen kann alle Parlamentsitze erobern) und der Verhältniswahl (reine Funktionärsparteien wie die NSDAP) vermieden. Die Bildung von Volksparteien wird gefördert und Spitzenkandidaten der größten Parteien müssen sich der Direktwahl stellen. Das System führt im Ergebnis zu Abweichungen von den reinen Stimmverhältnissen. Weil dies ungerecht sein soll, hat man die Überhangmandate erfunden. So haben wir heute über 700, bald vielleicht 800 Volksvertreter und die Vorteile des vom Gesetz gewollten Systems sind weg.
    Ähnliche Entwicklungen bringen uns Quotenregelungen, Sternchensprachen und anderes. Immer gilt die gleiche Regelung: Weg mit der formalen Ungerechtigkeit – das erspart uns, über echte Problemlösungen nachdenken zu müssen.

     
  4. Do Pfrogner says:

    Die Chinesen kaufen sich jedenfalls bei den westlichen sog. Demokratien derartig ein, dass sie rein wirtschaftlich immer mehr mitmischen können. Vielleicht meinen sie das: “Wer besitzt und zahlt, schafft an”.

     

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