Gibt es ein Leben vor dem Tod?

Nicht für alle.
Offensichtlich.
Wer betreutes Denken fordert,
lebt nicht in dieser Welt.
Er/Sie/Es wartet auf die andere.
Glatter Durchmarsch in den
wahren Sinn des Lebens.
Jenseits.
Kein Verlieben in diese Welt.
Mit ihren Irrungen.
Wirrungen.
Ihren Zufällen.
Ihren Lächerlichkeiten.
Die Welt hier ist eine Komödie.
Das Warten auf die Welt drüben.
Eine Tragödie.
Alle unsere großen Pläne,
die hier misslingen,
werden zum weinerlichen
Missgeschick.
Dem ewigen Warten,
dass endlich.
Dort.
Jenseits.
In der idealen Welt.
Unsere wahre
Größe entdeckt wird.
Klar.
Hier sind wir nie perfekt.
Wir werden es nie werden.
Aber.
Hier leben wir.
Dort sind wir tot.

 

17 Gedanken zu “Gibt es ein Leben vor dem Tod?

  1. Crimmann says:

    Was ist die Welt? Das Leben ist ein Märchen, erzählt von einem Idioten, voll mit Lärm und wildem Kampf, und es bedeutet nothing. Shakespeare

     
    1. Karlheinz Raum says:

      Da kann ich Shakespeare nicht folgen. Für mich ist mein Leben kein Märchen und es bedeutet mir sehr viel. Es ist die Grundlage meines Daseins – trotz Lärm und Kampf.

       
      1. Crimmann says:

        Es ist immer eine Frage der Perspektive. McBeth steht vor den Trümmern seiner Existenz. Wie schön, wenn das Leben besser gelaufen ist. Dann kann man das Leben positiv sehen.

         
      1. Karlheinz Raum says:

        Danke für die Steilvorlage meiner Forderung nach betreutem Denken. Ein gesunder Mensch braucht keine Betreuung, um selbständig die Wahrheit zu finden. Wenn aber Geistigkeit mit Geistlichkeit verwechselt wird oder das Recht verdammt wird, wäre Beratung hilfreich. Um Recht zu bekommen, braucht man einen Anwalt. Um recht zu haben braucht man Gläubige, die daran glauben. Mir geht es um die Begrenzung der Meinungsfreiheit.

         
        1. Inge says:

          Wenn Worte aus dem Zusammenhang gerissen und mit verwirrtem Geist zusammenfügt werden, kann das verdammt an der Wahrheit vorbei gehen. In diesem Fall wäre Betreuung nötig. Das ist freilich ein Drama. 🙂

           
          1. Inge says:

            War es denn etwa eine humoröse Wortklauberei, dann hab ich das zu ernst genommen, sorry.

             
          2. Detlev Six says:

            Ich weiß nicht, was Du als humoröse Wortklauberei betrachtest. Und es wäre schön, wenn Du auf meine Frage antworten würdest: Wer darüber entscheidet, ob Menschen verwirrt sind oder nicht? Und wer die richtigen Antworten gibt?

             
  2. Karlheinz Raum says:

    Viele empfinden das Leben als Drama. Das Drehbuch dazu ist wohl in grauer Vorzeit entstanden. Irgendwo in Indien, als Herrscher ihre Untertanen in Kasten eingeteilt hatten. Man erzählte ihnen, dass das von Göttern so gewollt sei. Man nannte es Karma und aus dem gab es kein Entrinnen. Um daraus nicht Hoffnungslosigkeit und Lethargie zu kreieren, erfand man das Leben danach. Das wäre das Schönere. Aber nur, wenn man in diesem Leben nicht meckert und besonders fleißig ist. So entstand die Story Reinkarnation und hielt sich wacker, bis heute. Die Aufklärung war wirkungslos. Selbst die Christen konnten das nicht verhindern. Bei uns nennt man es heute „um Gottes Willen“ oder modern „Oh my God“.
    Diejenigen, die daran glauben, übersehen, dass sie selbst die Fähigkeit besitzen, Dramaturg zu sein. Die Erde ist unsere Bühne. Die schönste, die es im Universum gibt. Vielleicht sollte man das jüdisch/christliche Gebot – sich die Erde untertan machen – anders übersetzen? Zu nützen, gestalten, verbessern wäre wohl sinnvoller. Das wäre kein Drama und auch nicht langweilig. Wir müssen nicht alles in einem Leben schaffen. Sonst haben unsere Nachkommen nichts mehr zu tun. Nur wenn man nichts tut, wird es kritisch. Da nützt es auch wenig, wenn wir immer mehr werden. Das Drama hieße dann „Warten auf Godot“ oder „Der Traum vom Paradies“.
    Man braucht dazu viel Geduld. Außer Spesen – nichts gewesen.

     
  3. Inge says:

    Wenn schon die Bibel zitiert wird, dann sollte auch hier, unter dem Befehl “Machet euch die Erde untertan”, richtig interpretiert werden. In Liebe und Verantwortung mit der Schöpfung umzugehen, wäre die göttliche Vorgabe gewesen- gerade hier bräuchte der Mensch eine geistliche Betreuung, denn grundsätzlich hat er die Intelligenz dazu. Die Frage ist, was ist daran schuld, dass der Mensch sprich die Menschheit, so unfähig ist, richtig zu handeln. Ist es seine Habgier, oder sein Hochmut oder doch einfach der Verzicht auf göttliche, sprich geistliche Betreuung.

     
  4. Hans Zangl says:

    Lieber Detlev,

    ein sehr schöner und weiser Text, vielen Dank!

    Perfekt sein ist übriges verdammt langweilig, eintönig und sinnlos. Perfekt sein bedeutet, es bleibt alles wie es (perfekt) ist, es ändert sich nichts mehr, es bewegt sich nichts mehr (damit es perfekt bleibt), es lebt also nicht mehr.

    Und rein naturwissenschaftlich ist Perfektion nicht möglich, weil sich das Universum seit dem Urknall ständig in Bewegung befindet und damit fortlaufend Veränderungen eintreten. Ähnlich ist es mit dem Lebensprozess auf der Erde. Das Leben auf dem Planenten Erde hat sich ständig über Milliarden Jahre weiter entwickelt, es verändert sich fortlaufend, es kann nicht perfekt werden, solange der Lebensprozess auf der Erde existiert.

    Ich lebe sehr gerne nicht perfekt, weil ich dann weiß, das ich noch lebe. Wer Perfektionismus will, soll und kann es für sich hier und/oder im jenseits gerne anstreben. Sehr ärgerlich werde ich aber, wenn sie darüber hinaus mit missionarischem Eifer anders denkende und handelnde Menschen für ihre “heile, perfekte” Welt bekehren wollen.

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.