Ist Gerechtigkeit fake?


Zwei streiten sich
um ein Kuchenstück.
Was führt zu einem
gerechten Ergebnis?
Der eine teilt,
der andere teilt zu.
Lässt sich das
auch auf Länder
übertragen?
Nehmen wir
Israelis und
Palästinenser.
Die Israelis teilen.
Die Palästinenser
teilen zu.
Das derzeit mehr
oder weniger
gemeinsam bewohnte
Gebiet würde von den
Israelis sehr gerecht
geteilt werden.
Denn sonst müssten
sie damit
rechnen, von den
Palästinensern
den schlechteren
Teil zugewiesen
zu bekommen.
Natürlich wird das
so nie passieren.
Denn jetzt kommt
der entscheidende
Punkt dazu:
Die Macht.
Wer die Macht hat,
entscheidet das
Spiel der Gerechtigkeit.
Die Macht?
Die liegt eindeutig
bei den Israelis.
“Gerechtigkeit”,
das wusste bereits
Epikur, “ist der
Interessensausgleich
zwischen verschiedenen
Personen und Gruppen”.
Aber ohne Macht ist
Gerechtigkeit fake.

 

5 Gedanken zu “Ist Gerechtigkeit fake?

  1. Johannes says:

    Also kommt es darauf an, den Mächtigen zu überzeugen, sonst wären Beschlüsse fake. Aber was ist mit der Sache an sich? (= Recht… Haben), gibt es überhaupt ein Recht ansich… ich brauch’ noch ein Bier….. (außerdem gibt es Essen).

     
    1. Karlheinz Raum says:

      Recht ist keine geistige Qualität, sondern dient der Regelung der Freiheit. Ein Instrument der Ordnung, das durch Gesetze geregelt wird.
      Wer sich auf ein vermeintliches Grundrecht auf absolute Freiheit beruft, irrt, denn es geht in Demokratien mehr um eine eingeschränkte Freizügigkeit, wie z.B. Meinungsfreiheit, Entfaltung, Religionsfreiheit, Versammlungsfreiheit. Vielleicht kommen irgendwann einmal Grundpflichten dazu und wenn die ausgewogen sind, sind wir der Gerechtigkeit sehr nahe.

       
  2. Karlheinz Raum says:

    Gerechtigkeit ist ein fake, so lange sie nicht erreicht ist. Das setzt voraus, dass man Gerechtigkeit als Geistige Eigenschaft definiert. Zusammen mit anderen, wie Liebe, Treue, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Vertrauen, Weisheit und viele mehr. Im Islam hat man diese Eigenschaften als die 99 Namen Gottes bezeichnet. Im Buddhismus wäre es die Stufe der Erleuchtung. In unserer Epoche nennt man es Weisheit, wenn man bei einzelnen Menschen erkennt, dass sie bereits einige Stufen davon erklommen haben. Man könnte es aber auch eine Stufe der Intelligenz oder Klugheit bezeichnen. Die Kurzfassung für den Einzelnen, wäre das IQ.
    In der Vollendung wäre es die Vollkommenheit aller. Aus religiöser Sicht – das Paradies oder das Land in dem Milch und Honig fließt oder der Himmel auf Erden. Das klingt zunächst alles etwas fremd, utopisch, wie eine Illusion und ist deshalb erklärungsbedürftig.
    Zu verstehen ist darunter das geistige Potential, das im Menschen steckt und welches uns von anderen Lebewesen unterscheidet.
    In seiner höchsten Stufe sind diese geistigen Fähigkeiten absolut.
    Bis die Menschheit im Laufe seiner Evolution, dieses Ziel erreicht hat, kann man diese Eigenschaften nur als Maßstab benutzen, um dieses Ziel zu erreichen. Es wäre unklug die Höchststufe anzustreben, sondern eine stufenweise Verbesserung. Vor 100 Jahren hätte es auch niemand für möglich gehalten, dass wir uns schneller fortbewegen können als der Schall.
    Oder höher springen als unsere Körpergröße.
    Es kommt nicht darauf an, Rekorde zu erreichen, wenn es um die Menschheit geht, sondern um Ausgewogenheit. Damit sind wir beim Symbol für Gerechtigkeit, das seit Urzeiten als Waage dargestellt wird oder von Epikur mit Interessenausgleich.
    Das würde bedeuten, dass wir lernen sollten, unsere Interesse abzuwägen.
    Oder anders ausgedrückt; unsere Wünsche mit unserem Bedarf in Einklang bringen.
    Solange das nicht gelingt, wird es keinen Frieden geben – weder persönlich noch global.
    Bei kritischer Betrachtung könnte man den aktuellen Stand in Deutschland als „asoziale Gerechtigkeit“ einordnen.

     
  3. Do Pfrogner says:

    Frag die Maus und die Katze! Biologisch gibt es keine Gerechtigkeit. Siehe auch Begabungen und andere genetischen Vorgaben Eine soziale Gerechtigkeit wird immer wieder vergeblich angestrebt. Aber immerhin gibt es immer wieder kleine angleichende Gerechtigkeiten. Kleine. Der Weg dahin lässt ein paradiesisches Ziel erkennen.

     
  4. Ekkehard says:

    Wenn ich über Gerechtigkeit nachdenke, helfen mir weder Epikur noch Emmanuel Kant weiter. Zu subjektiv wird der Begriff gebraucht und zu viele kluge Köpfe haben sich dazu schon geäußert.
    Da ziehe ich mich lieber auf eine einfache Denkweise zurück. So vieles finde ich ungerecht auf dieser Welt und das nur, weil ich eine Vorstellung von Gerechtigkeit habe. Somit kann für mich Gerechtigkeit kein Fake sein. Der Gerechtigkeitssinn wird auch benötigt, um ein Zusammenleben in einer Gemeinschaft überhaupt zu ermöglichen. So entstehen Ordnung und Recht. Dabei sind auch Gesetze in ihren Randbereichen oftmals nicht gerecht. Da habe ich auch schon genug Erfahrung gesammelt. Aber immerhin: Noch bin ich zufrieden und ich kann mich nicht beschweren. Anscheinend werde ich doch überwiegend „von Gerechtigkeit getroffen“.
    Die Begriffe Macht und Gerechtigkeit kann ich allerdings nicht auf einen Nenner bringen. Manche Mächtige sind auch gerecht, aber Machterhalt bleibt für sie eine wichtige Aufgabe. Wenn sie ausreichend viele Mitläufer haben, schaffen sie das auch. Der Kampf um Gerechtigkeit wurde im Regelfall gegen die Mächtigen geführt. Es waren aufgeklärte Bürger in Frankreich die zu „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ aufriefen. Die Jakobiner aber setzten die Revolution durch und köpften neben Königshaus und Adeligen gleich Freiheitskämpfer mit, wenn sie störten.

     

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