Krisen über Krisen – was wird sich ändern?

Der Kapitalismus
ist das Gegenteil
der sparsamen
schwäbischen Hausfrau.
Geld ausgeben wie der
Teufel und Schulden machen,
um zu investieren.
Der Kapitalismus braucht
ständiges Wachstum.
Ohne fällt er zusammen.
Wachstum zu einem
guten Zweck.
Als er Mitte des
18.Jahrhunderts
erfunden wurde,
hat er damit weite
Bevölkerungskreise
wohlhabend gemacht und
diese vom Sagen der
Mächtigen befreit.
Menschen konnten
durch eigenes Geld
entscheiden, was sie
machen und was sie
nicht machen wollten.
Nicht die
moderne Demokratie,
die zur selben
Zeit entstand,
hat den Wohlstand begründet,
sondern jener die Demokratie.
Daraus entstand der
Leitsatz des Kapitalismus:
Überfluss und Freiheit.
Beides ist heute am Kippen.
Am Geld fehlt es nicht.
Keine EZB verlangt
dass Griechenland
oder Italien jemals
ihre Staatsschulden
zurückzahlen.
Aber die Erde hat eine
Schuldenbegrenzung über
uns verhängt.
Sie gibt uns nicht mehr
genügend Rohstoffe für
einen fröhlichen
Kapitalismus
des Überflusses.
Was tun?
Grünes Wachstum?
Wind und Sonne können
die fossilen Rohstoffe
nicht ersetzen.
Der grüne Hoffnungsträger
Wasserstoff kostet noch
mehr Energie als er bringt
und ist auf lange
Zeit nur etwas
für reiche Länder.
Also:
Überbietungswettbewerb
bei den Rohstoffen?
Haben wir heute schon.
Und sorgt für Krieg.
Wir müssten etwas tun,
was dem Kapitalismus
völlig fremd ist.
Verzicht und gerechte
Verteilung immer knapper
werdender Ressourcen.
Wer fängt an?

 

8 Gedanken zu “Krisen über Krisen – was wird sich ändern?

  1. hans-peter kuhn says:

    Krisen sind scheinbar unvorhergesehene, aber durchaus vorhersehbare Ereignisse, die unsere hergebrachten Erwartungen und Konzepte in Frage stellen.
    Cassandra wurde die Rolle der Seherin verschrieben, jedoch mit der Auflage, dass ihr keiner glauben würde. Heutige „Whistleblower“ predigen in der Wüste…
    Wir sind Vogel Strausse, Kopf in den Sand bis der Sturm vorbei ist.
    Das hat lange geklappt, jetzt ist Schluss damit!
    Individuell und kollektiv müssen Entscheidungen her, die weh tun und uns fremd sind.
    Je länger wir warten, desto grösser wird der Schmerz. Der Sturm der gerade anfängt wird exponentiell wachsen, bis endlich alles vorbei ist…
    Heute fehlt eigentlich nur eins, Grund zum Optimismus!!!

     
  2. Karlheinz says:

    Ob uns da Philosophie weiter hilft? Ich befürchte es wird wohl nur noch spekuliert.
    Eine Evolution der Macht. Vom Familienoberhaupt – Patriarch – zum Stammeshäuptling , vom Gottesstaat zur Souveränitätsmacht (Monarchie).
    Um die jeweiligen Herrscher vor der Anarchie zu schützen, erfand man die Disziplinarmacht.
    Damit konnte man das Volk besser reglementieren und kontrollieren. Man nannte es Demokratie und gab dem Volk das Gefühl selbst zu regieren. Der Souverän wurde durch das Gesetz ersetzt. Aus dem Untergebenen wurde ein Bürger. Jetzt hatte er zwar nicht das Sagen, aber die Wahl. Dafür durfte er für den Herrscher bürgen. Als Gläubiger wurde er Mitglied einer Glaubensgemeinschaft.
    Damit war es zwar wieder wie früher, aber das Bewusstsein hat sich geändert. Aus der Fremdbestimmung wurde das Gefühl des Selbstbewusstseins. In manchen Systemen machte man den Bürger zum Miteigentümer. Man nannte ihn Genosse und der Besitz wurde Volkseigentum.
    Es dauerte nicht lange, bis sich die eingesetzten Verwalter des Besitzes ermächtigten. Natürlich alles legal, mit Gesetzen, die man selbst erließ. Aus den früheren Besitzern wurden Oligarchen oder Syndikate. Besonders in Gegenden, die mit Rohstoffen gesegnet waren.
    Von da an gerieten frei gewählte Demokratien in die Abhängigkeit der Energielieferanten.
    Man musste eigentlich nur noch das Geld beschaffen, dass die Rohstofflieferanten verlangten.
    Das war aber das geringste Problem. Durch den Fortschritt der Technik konnte man es digital generieren und man sparte Druckkosten. Es genügte eine Gesetzesänderung, auf Golddeckung zu verzichten. Statt Gold diente der Bürger als Bürge. Dafür erhielt er das Gefühl der Freiheit und Chancengleichheit. Überlebende Monarchen und Politiker versetzt man in den bezahlten Ruhestand . Jetzt wartet man darauf, was passiert, wenn unser Lebensraum Erde ausgeplündert ist und ein paar Milliarden Bürger die Existenzgrundlage entzogen ist. Noch bezeichnet man es als humanitär, weil beides wächst – Armut und Reichtum. Hunger und Wolkenkratzer gleichermaßen.
    In UK wird man singen „God save the King“ und in Köln „Et hätt noch immer jut jejange“.

     
      1. Karlheinz says:

        Nur Geduld. Auch bei mir hat’s lang gedauert, bis ich verstanden habe, was ich bereits begriffen glaubte, um festzustellen, dass ich noch nicht alles weiß……

         
  3. Peter Deller says:

    Mich erinnert die durchaus prägnante Beschreibung Detlevs, was die grundlegenden Probleme unserer Zeit angeht, an die Physik des Fahrradfahrens: Stehenbleiben führt zum Umfallen, die dynamische Stabilisierung erfolgt nur durch Fahren. Wenn meine Analogie zu Kapitalismus und Wirtschaft wirklich stimmen würde, dann könnte langsamer fahren eine Lösung darstellen.

     
    1. Karlheinz says:

      Leider stimmt deine Analogie nicht mehr, weil es der Wirtschaft um Sieg geht. Da ist der, der sein Tempo verlangsamt, Verlierer.
      Gewinn braucht Gewinner!

       
  4. Inge Witt says:

    Es ist ja schade, dass die Philosophie ohne Gottes Wort auszukommen glaubt. Das ist auch der Grund, warum sie nie auf einen grünen Zweig kommt, was das Wissen über das Sein angeht und was damit zusammenhängt. Aber ich möchte doch trösten damit, was wirklich auf ewig wahr bleibt: Die Wahrheit, die in Christus ist, denn sie hat Ewigkeitscharakter. Da gibt es weder Begrenzung in Zeit und Raum, noch an Erkenntnis – was für ein wunderbares Ziel oder? Es kostet nichts, es bedarf auch keiner Anstrengung, sondern nur des Glaubens.

     
  5. Ekkehard says:

    Krisen über Krisen – was wird sich ändern?
    Ich glaube, bei der Themenwahl ist es um die Krisen gegangen, die uns gegenwärtig hauptsächlich beschäftigen. Dazu will ich versuchen eine Stellungnahme abzugeben.
    Klima und Umweltkrise: Darüber haben wir am Stammtisch zu fünft diskutiert, mit traurigem Ergebnis: „in 50 Jahren werden wir 4 Milliarden Flüchtlinge haben“. Fest steht, der Zielanstieg von 1,5 % kann nicht mehr gehalten werden, unabsehbare Zusatzprobleme werden somit auftreten und ein Katastrophenszenario hat sehr hohe Wahrscheinlichkeit. Aber vielleicht gibt es doch noch Fachleute, die bei einem Anstieg von zwei oder gar 3 % noch eine annehmbare Lösung finden. Und vielleicht bewegen sich die Entscheidungsträger doch noch bei wachsender Not. Kommt es aber zur Katastrophe werden vielleicht spätere Philosophenstammtische darüber diskutieren, wie man das Streben nach naturgerechtem Leben mit der Tatsache vereinbaren kann, dass der Mensch immer versucht, die brutalen Ausleseprozesse der Natur durch humanitäre Hilfsmaßnahmen zu unterlaufen.

    Pandemie: bei allem hin und her war die schnelle Entwicklung eines Impfstoffs doch ein großer Erfolg. Die Maßnahmen der öffentlichen Hand werden bis heute immer noch überwiegend positiv bewertet. Neu scheint mir die Erkenntnis, dass angesichts der zunehmenden Bevölkerung und deren Mobilität, eine Verdichtung von Pandemien zu befürchten ist. Aber wenn man das jetzt schon weiß, kann man sich vielleicht darauf vorbereiten.

    Krieg: Herr Putin will die Ukraine unterwerfen und, im Falle eines Erfolgs, sein Imperium noch erweitern. Herr Xi schaut aufmerksam zu und am Ergebnis seine Strategie ausrichten. Herr Putin hat lernen müssen, dass seine militärischen Kräfte unzureichend sind und droht deshalb mit Eskalation. Wir finden die erfolgreichen Ukrainer bewundernswert und fürchten den Atomkrieg. Dabei beachten wir die vorher möglichen Eskalationsstufen nicht und wissen auch nicht, was sich durch die Zwischenwahlen in Amerika oder durch abnehmende Hilfsbereitschaft bei uns verändern könnte. Eine Klärung ist in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten.

    Finanzkrise: bis jetzt kann man Krisenfolgen immer noch mit Geld zuschütten. Aber vorsichtig sollte man schon sein. Wer weiß wie lange das noch geht.

    Die Ausführungen von Detlev haben mich angeregt. Vielleicht kann man daraus mal ein Thema machen zu Kapital und Demokratie. Einen Widerspruch möchte ich einbringen: der Leitsatz des Kapitalismus heißt nicht „Überfluss und Freiheit“, sondern „freier Wettbewerb in demokratischer Ordnung“. Dieses Prinzip galt meines Erachtens bis in die achtziger Jahre für die USA und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bei uns als soziale Marktwirtschaft eingeführt. Es ist traurig, dass die Begriffe Kapitalismus und Sozialismus in den Auseinandersetzungen des vorigen Jahrhunderts Schimpfwörter wurden, wo sie doch notwendige Anteile einer freien Wirtschaft sind.

     

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