Sind wir Kinder Gottes oder ist Gott unser Kind?

Es gibt eine Denkdisziplin,
die universal ist.
Die von allen
anderen Denkdisziplinen
als unumstrittene Königin
akzeptiert wird.
Die sowohl die Erde,
wie den gesamten
Kosmos erfasst.
Von keiner Kultur relativiert,
von keiner Ideologie missbraucht.
Deren Ergebnisse von
allen gleich akzeptiert werden.
Es ist die Mathematik.
Sie könnte von Menschen entdeckt
und nicht erfunden worden sein.
Der Unterschied zwischen
Entdeckung und Erfindung
ist nicht trivial.
Ist entscheidend.
Eine unbekannte Insel
entdeckt man.
Eine Religion erfindet man.
Sie kommt erst mit dem
Menschen in die Welt.
Wird von ihm mit einem
Wahrheitsanspruch versehen,
den nur die Gläubigen anerkennen.
Damit zurück zur Ausgangsfrage.
Etwas anders gestellt.
Haben wir Gott entdeckt
(wir sind seine Kinder)
oder erfunden
(er ist unser Kind)?
Wenn wir ihn entdeckt haben:
Ist Gott dann ein Mathematiker?

ANMERKUNG:
Ehre wem Ehre gebührt:
Die Idee
„Ist Gott ein Mathematiker?“
stammt aus dem
gleichnamigen Buch
von Mario Livio.

 

13 Gedanken zu “Sind wir Kinder Gottes oder ist Gott unser Kind?

  1. Elli says:

    (Joh 1:12 [ELB 1932])
    „so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er [das] Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben,“

    Es ist wirklich das Ziel Gottes, dass wir seine Kinder werden, doch um es zu erreichen, braucht es die Überwindung unseres Hochmuts. Nur den Demütigen schenkt ER Gnade.

     
  2. Karlheinz Raum says:

    Für aufgeklärte Erwachsene.
    Da Gott nicht durch die Wahrnehmung unserer Sinnesorgane erklärt werden kann, helfen nur Gleichnisse, dieses Phänomen verständlich zu machen.
    Es handelt sich offensichtlich um einen Prozess des Verstehens, der so alt ist, wie es Menschen auf dieser Erde gibt.
    Es ist wie bei Kindern, die anfangs über alles staunen, was sie entdecken. Sobald sie fragen können, erhalten sie von ihren Eltern Antworten, an die sie glauben. Danach lernen sie in der Schule und später im Alltag, was man alles braucht, um zu überleben. Das genügt den meisten Menschen.
    Es gibt aber auch Neugierige, die etwas genauer wissen wollen, woher alles kommt, wie es entstanden ist und wozu es dient.
    Das ist wohl der Ursprung und man nannte es Religion. Sie erklärt uns die Beziehung zwischen Menschen und dem „Unbekannten“, der die Voraussetzungen für alles, was wir wahrnehmen, geschaffen hat. Eine Art Grundschule des Verstehens.
    Daraus ist im Laufe der Zeit Theologie geworden, oder Philosophie oder Weltanschauung.
    Je nachdem, ob man „das Unbekannte“ Gott, Schöpfer oder Natur bezeichnete.
    Die jeweiligen Anhänger (Kinder Gottes) formierten sich zu Glaubensgemeinschaften.
    Misstrauisch beäugt von den Naturwissenschaften, die darauf achten, dass behaupten alleine nicht genügt, sondern bewiesen werden muss.
    Damit wäre bewiesen, dass „Gott“ ein Menschenkind ist. Nicht zu verwechseln mit der Schöpfung.
    Der sind die Naturwissenschaftler auf der Spur. Die Kurzfassung lautet; „Wie geht’s?“ und hat sich weltweit als Begrüßungsfloskel vermenschlicht. Ausnahme Bayern; da sagt man noch „Grüß Gott“.

     
  3. Do Pfrogner says:

    Du gibst mir das Stichwort, lieber Karlheinz, für meine Gottes-Erklärung. „Griaß di Gott!“ = „Namasté“ = „Ich grüße das Göttliche in Dir“. Also sind wir Kinder der Schöpfung und gleichzeitig Schöpfer neuen Lebens. Gott = gut. Und schon ist mein vereinfachtes Weltbild fertig,

     
    1. Bettina says:

      Namaste heißt: „Ich verbeuge mich vor dir (nam: verbeugen, as: ich te: du)“. Da ist von göttlich/Gott (sanskrit: deva) nicht die Rede.

       
  4. Karin says:

    Ganz einfach, wir sind beides.
    Am Ende einer jeden Meditation nach dem Yoga sind die Worte des Yogis: „Ich bin in Gott und Gott ist in mir.“
    Genauso zu finden bei Rudolf Steiner (1924) in seinem heilpädagogischem Kurs:“ In mir ist Gott, ich bin in Gott.“
    Das sagt, wie es ist, alles ist eins.
    Ein bisschen schwer zu verstehen, aber man kann es ja annehmen und einfach glauben.

     
  5. kuhn hans-peter says:

    Offenbar gibt es in Bayern zwei Arten von Menschen, die durch eine tiefe Kluft getrennt sind.
    „Wie geht’s? Frager einerseits und „Grüss Gott“ Aufforderer andererseits.
    Die „Frager“ wollen wissen , wie alles so funktioniert. Sie sind offene, interessierte und interessante Leute. Sie leben in dem Bewusstsein, dass sie nichts wissen und sind auf der Suche.

    Die „Aufforderer“ sind sich Ihrer Sache sicher. Wo sie auch hinkommen, posaunen sie Ihre Meinung heraus „Grüss Gott!“, denn es gibt ihn. Wer der Aufforderung nicht nachkommt, gehört nicht zu ihnen.

    Offenbar gelingt es den Saurüsselphilosophen diese sehr unterschiedlichen Typen unter einen Hut zu bringen.

    Das ist eine grosse Leistung!!!

    Da kann ich nur sagen: „Weiter so!!!!“

     
    1. Karlheinz Raum says:

      In der Praxis gibt es nichts Trennendes zwischen den Fragern und den Auffordenden, weil die Begrüßung ohne Bewußtsein erfolgt – als Ritual. Normal wird das Gehirn ausgeschaltet und es ist völlig wurscht, was man antwortet. Im Gegenteil – man vermeidet die Wahrheit – ohne denken und damit unphilosophisch.

       
    2. Bettina says:

      Ich würde sagen, das ist eine schöne Schubladen-Einteilung. Es gibt aber auch Leute, die sagen: „Grüß Gott, wie geht´s?“. Wir hatten ein ähnliches Thema übrigens schon im Januar ´21: „Wenn Du jemand triffst und fragst. „Wie geht es Dir“, willst Du des dann wirklich wissen?“ Antworten im „15. Lockdown-Stammtisch vom 3.2.21…

       
  6. Bettina says:

    Gott ist ein Gedankengebäude, könnte eine moralische Stütze sein, um uns anzuleiten, wie wir besser sein könnten. Funktioniert aber nicht. Die Ideen und Wertvorgaben sind auch missbraucht worden, um Macht und Reichtum zu erlangen (Kirche?). Besser funktioniert hat eigenlich die Idee des Sozialismus: alle sollen (ziemlich, aber egal, ob vielleicht ein Funktionär eine Datscha gehabt hat, was soll der Neid?) gleich sein, es gibt wenig zu konsumieren, da keine Konsumgüter produziert werden, jeder hat Zugang zu Ausbildung/Studium, Wohnung, Arbeit und Nahrung. Neid ist obsolet. In Cuba hat es recht gut funktioniert. Es gibt viele Akademiker (z.B. Ärzte), aber auch Arbeiter. Medikamente, Bücher, Schallplatten werden im Land produziert. Man braucht nicht nach Geld gieren, da man eh nicht viel kaufen kann. In der DDR genauso: keine Religion, viele Intellektuelle, gute Schriftsteller, super Filmindustrie (50er Jahre bei uns Heimatfilme, dort politische Filme). Man verstand sich schon als Bollwerk gegen Imperialismus und Kapitalismus. Die Mc-Carthy-Ära und folgende haben alles dafür getan, das „Böse“, den Kommunismus zu zerstören. Man sagt ja, der Sternenkrieg hat dem „Osten“ den Rest gegeben. Wer hat den Gewinn daraus gezogen? Wie konnten die Superreichen so reich werden?
    Wer jetzt einwendet, man sei nicht frei gewesen, gleich die Frage zurück, was ist Freiheit, z.B, wenn man kein Geld/Pass hat, um zu reisen. Muss jeder um die ganze Welt jetten? Wer bezahlt die Zeche? (die Erde). Bei uns gab es den Radikalenerlass der 70er Jahre, harte Maßnahmen bei Demos und in der Justiz saßen noch die Ex-Nazis.
    Habe ich das Thema verfehlt?

     
    1. Detlev Six says:

      Welches Thema?
      Ob es Gott gibt, oder ob wir ihn erfunden haben?
      Oder wozu wir Glaubenssysteme wie Religion und Sozialismus brauchen?
      Für mich sind alle Großsysteme wie die oben genannten der Wunsch nach einem Heilsversprechen, das die Mühsalen des Alltags vergessen lassen sollen und die reihenweise gescheitert sind. Kein System der Welt kann das tägliche Miteinander und Gegeneinander erleichtern. Aber die Suche danach schreitet unverdrossen weiter. Der nächste Versuch wird sein, Konservatismus so neu zu definieren, dass die CDU damit wieder eine Machtperspektive bekommt. Und das zumindest funktioniert ja. Über eine bestimmte Zeit hat jedes Großsystem seine Machtfunktion erfüllt.

       
      1. Karlheinz Raum says:

        Deine Definition von Glaubenssystemen, passt gut in das Schema der jüngsten Weltreligion – die Bahai – die auf die vorangegangenen Systeme aufbauen, wie in einem Schulsystem.
        Der Lehrstoff wächst mit den Aufgaben. Das Ziel ist die Einheit der Menschheit auf dieser Erde.

         

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