Warum ist die Menschheit so träge, so dass die notwendigen Veränderungen nicht geschafft werden?

Beim Tier dreht sich’s um die Vier.
Fressen, Saufen, Kinder machen, faulenzen.
Beim Menschen im Prinzip auch.
Fressen:
Jeder Supermarkt hat 20 000 verschiedene Lebensmittel.
Saufen:
Allein in Deutschland gibt’s 200 Wassersorten.
Kinder machen:
Das Kamasutra kennt schon 99 Stellungen.
Faulenzen:
Millionen Angebote im Reisebüro.
Unzählige Varianten auf Basis der Vier.
Das ist der Unterschied zum Tier.
Und so ein Wesen soll Veränderungen
nachhaltig steuern?
Das ist so unwahrscheinlich, als würde
sich ein Hund einen Wurstvorrat anlegen.

 

8 Gedanken zu “Warum ist die Menschheit so träge, so dass die notwendigen Veränderungen nicht geschafft werden?

  1. Hans Zangl says:

    Lieber Detlev,
    so einfach und so primitiv/oberflächlich (bitte entschuldige den Ausdruck – aber das musste sein!)sollte das anspruchsvoll/widersprüchliche Thema, insbesondere wenn auch noch ein “philosophischer Anspruch” geltend gemacht wird, nicht behandelt werden.
    1: Die Menschheit – und damit jede/r von uns – bewirkt ständig Veränderungen
    2: Notwendige Veränderungen – was ist das? Zunächst ist es eine Veränderung und wer/was bestimmt, was notwendig ist? Zugleich wird mit dem Begriff notwendig klargemacht, es gibt auch nicht notwendige Veränderungen – was sind das für Veränderungen, wer/was stellt das fest?
    3: Veränderung ist die Grundlage des Lebens, ohne Veränderung gäbe es kein Leben, das ist das Grundgesetzt des Lebens!
    4: Kleines Veränderungsbeispiel:
    — Wir alle wurden einmal geboren, das war eine Veränderung
    — Wir sind körperlich und geistig gewachsen, das war eine Veränderung
    — Wir haben in unserem Leben eine Vielzahl von Veränderungen bewirkt (Entscheidungen im Berufs- und Privatleben, Hausbau, Reisen, Kapitalanlagen, Einkäufe/Verkäufe, Umzüge, etc….)
    — Welche dieser Veränderungen waren notwendig, welche nicht und warum wurden sie trotzdem vollzogen?
    5: Mein Fazit: “Notwendige” Veränderungen sind immer nur kurzfristige und interessensgebundene Versuche, den generellen Veränderungsprozess im Sinne individueller oder kollektiver Kurzfristziele (bis zur nächsten Wahl oder für mein individuelles Wohlergehen)zu beeinflussen!

    Beste Grüße
    Hans

     
  2. Detlev Six says:

    Lieber Hans,
    im post wird die Tatsache, dass es ständig zu Veränderungen kommt, auch ohne unser Zutun, mit keinem Wort bestritten.
    Der entscheidende Satz, um den es geht, ist: “Veränderungen nachhaltig steuern”. Dabei geht es um die von dir in deinem letzten Absatz angesprochenen, kollektiven Interessen. Da war sich der Stammtisch einig, dass die gewaltigen technologischen Veränderungen nicht angemessen von sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen im Sinne einer nachhaltigen Lebensweise begleitet werden. Die Begründung dafür, die tierhafte Natur des Menschen, ist wiederum allein von mir und die Kritik daran auch alleine von mir auszuhalten (ich nehme an, die von dir erwähnte Primitivität bezieht sich darauf).
    Ansonsten ist dein genereller Vorwurf, der mangelnden Begriffsklärung und einer gewissen Oberflächlichkeit vollkommen berechtigt. Du hast durch deinen Kommentar einen wesentlichen Beitrag geleistet, hier mehr Tiefe herzustellen.

     
  3. Hans Zangl says:

    Lieber Detlev,
    definiere mir bitte exakt den Begriff “nachhaltig” und erkläre beschreibe an Beispielen was eine “nachhaltige” Veränderung und was keine nachhaltige Veränderung ist.

    Schöne Grüße
    Hans

     
  4. Detlev Six says:

    Tja, lieber Hans,
    jetzt hast du mich in der Falle. Ich könnte dir mit einer utilitaristischen Definition kommen – deckt aber nur einen Teil ab. Oder mit der aus der Forstwirtschaft, aus der der Begriff stammt. Alles Flickwerk. Ich erspare mir auch das Nachschauen bei Wikipedia, weil ich nicht an eine Erleuchtung dadurch glaube. Tatsache ist, dass Nachhaltigkeit ein Konstrukt wie Gerechtigkeit ist, das wie die bekannte Mohrrübe vor unserem Geist baumelt, uns lockt und wir wissen doch, dass wir sie nie erreichen werden. Weder als Deutung, noch als Umsetzung. Lass es mich so sagen, die Frage des letzten Stammtisches war riesengroß, zu groß, und sie hatte klassischen Talkshow-Charakter. Jeder hatte intuitiv eine eigene Deutung der verwendeten Begriffe, eine gemeinsame Schnittmenge war nur im geringen Umfang herzustellen. Wenn du jetzt auf die Evolutionstheorie als brauchbares Deutungsmuster verweist, dann wirst du wahrscheinlich recht behalten. Als Popper-Anhänger sage ich dir aber auch, eine Theorie, die sich nicht falsifizieren lässt, ist keine Theorie. Oder kannst du mir das Falsifizierungskriterium für die Evolutionstheorie nennen?

     
  5. Hans Zangl says:

    Lieber Detlev,
    wenn eine Theorie nicht falsifiziert/widerlegt werden kann, dann beschreibt und erklärt diese Theorie eindeutig und widerspruchsfrei komplexe Prozesse und Zusammenhänge nach wissenschaftlich anerkannten Gesetzmäßigkeiten. Diese Theorie ist damit eine vollständige und eindeutige Beschreibung und Erklärung realer Prozesse durch Informationen. So werden Zusammenhänge des Universums, der Erdentwicklung, des Evolutionsprozesses, von Arbeitsprozessen, Denkprozessen, sozialen Prozessen, etc. verständlich.
    Je weniger Wissen und Erkenntnisse wir über Zusammenhänge von Prozessen haben, desto mehr können Theorien falsch und damit falsifiziert werden.

     
  6. hans-peter kühn says:

    Also Leute,

    Als Moderator eines “Philosophischen Kreises” in Frankreich, als erklärter und durchaus kritischer Freund von Detlev, leider sehr gelegentlicher Teilnehmer an Euren Abenden und Bekannter von Fritz, möchte ich jetzt mal meinen Senf (sehr scharf und französisch) dazugeben.

    Lieber Hans, die Retro von Detlev ist ein Schmuckstück in Eurer Sammlung. Weder primitiv noch oberflächlich, sondern passend, wie die bayrische Faust aufs preussische Auge. Dazu humorvoll und auf kurzem Weg in den Kern der Sache vordringend.

    Bei allem Respekt für Dich, lieber Hans, Deine Kritik klingt wie Beckmesserei (siehe Richard Wagner, “Die Meistersinger von Nürnberg”).

    Ihr tragt den ewigen Konflikt aus zwischen peinlicher Beachtung der Regeln und freiem Schaffen. Meine Wahl ist schon lange klar.

    Philosophisch und freundschaftlich

    Hans-Peter

     

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