Was bedeutet Freiheit in Zeiten, in denen die Freiheit beschnitten ist?

Der freie Wille starrt gegen die Wand.
Dahinter.
Wirtshaus. Shopping. Reisen.
Ich darf dort nicht hin.
Bin ich also nicht frei?
Der freie Wille überlegt.
Bewegungsfreiheit ist doch nur
eine von vielen Freiheiten.
Jetzt ist die Gelegenheit, an die
anderen Freiheiten zu denken.
Freiheits-Inventur zu machen.
Die falschen Freiheiten raus.
Die richtigen rein.
Der freie Wille fängt an, seine
Bilanz zu durchforsten.
Denke ich frei genug?
Oder brauche ich betreutes Denken?
Haben sich meine Wünsche nach
Freiheit erfüllt?
Oder erfülle ich nur die Wünsche
der Anderen?
Klebt die aktuelle Diskussion
so sehr an der Bewegungsfreiheit,
weil die anderen Freiheiten
so anstrengend sind?

 

4 Gedanken zu “Was bedeutet Freiheit in Zeiten, in denen die Freiheit beschnitten ist?

  1. hans peter kuhn says:

    Es ist durchaus beruhigend, von Detlev auch mal einen sub-ausgezeichneten Text zu lesen.
    Sei mir gegrüsst unter den Sterblichen!

     
    1. Karlheinz says:

      Ausgezeichnete Gedanken (Ideen) sind der Lohn für eingeschränkte Freiheit. Die gewonnene Zeit hilft uns bei der Umsetzung.

       
  2. Karlheinz says:

    Beschnittene Freiheit ist das einzige Mittel, die Menschheit vor der Selbstausrottung zu schützen.
    Stell dir vor, es gäbe keine Vorschriften, Gesetze, Verbote und jeder könnte machen, was er gerne möchte ??? Am Ende bliebe nur der Stärkste übrig. Ihm würde die ganze Welt gehören ? Aber auch er müsste alles abgeben, wenn er stirbt. Sein Immunsystem wäre durch den Überfluss so geschwächt, dass ihn ein kleiner Virus vorzeitig darin hindert, seinen Wohlstand zu genießen.
    Übrig bliebe ein einzigartiger Planet, der sich langsam erholt, von der Besatzungszeit durch den Menschen.
    Hoffnung: Gott hat den Menschen als Vernunft begabtes Wesen geschaffen. Vielleicht schafft es ein Virus, dass er seinen Verstand endlich benutzt.

     
  3. Karlheinz says:

    Die Gedankenfreiheit haben wir – die Meinungsfreiheit auch. Jetzt fehlen uns nur noch die guten Gedanken.
    Frei nach Karl Valentin.
    Ich gewöhne mich langsam an Corona, länger als 14 Tage Urlaub zu haben. Zum Glück werden wir noch nicht eingesperrt, so dass ich meine “social distance” noch selbst steuern kann. Fast täglich gehe ich spazieren und ich suche mir die Freunde aus, bei denen ich mich zum Kaffeeetrinken einlade. Natürlich mit dem nötigen Abstand. Die übrige Zeit verbringe ich mit Nachdenken, sauber machen, Essen kochen, schlafen, Emails schreiben, Telefonieren und wenn ich müde werden, lege ich mich einfach hin und schlafe. Leider habe ich keinen eigenen Garten mit Pool, aber das ist nicht so wichtig. Langsam verstehe ich immer mehr Zusammenhänge und begreife jetzt das englische Sprichwort “my home is my castle”. Es ist tatsächlich die einzige Festung, in die Corona nicht eindringen kann.
    Die Freizeit benutze ich dazu, mein Immunsystem zu stabilisieren. (mit kostenlosem Vitamin D3 – Sonne), zum Ärger der Rentenversicherung. Sammle Gedanken für die Zeit nach Corona und habe schon einen Namen dafür reserviert. Ich halte mich dabei etwas an Rudolf Steiner und nenne es die Epoche “Aufklärung 2.0” als Teil des Michaeli Zeitalters. Im Konrad Adenauer Haus der CDU spricht man bereits vom “Anthropozen”, mit dem das Zeitalter des Menschen erst richtig beginnt.

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.