Was trennt uns?

Alles beginnt im Bauch der Mutter.
Nichts trennt die beiden Lebewesen.
Schutz, Liebe, Geborgenheit.
Einer der beiden zentralen Begriffe,
die später unser Leben bestimmen,
hat dort seine Wurzeln.
Die Sicherheit.
Die Geburt ist dann die
erste Trennung.
Und die Geburt des zweiten.
Der Freiheit.
Freiheit ist einer dieser
hinterlistigen Begriffe,
die so tun, als wären sie
durch und durch positiv.
Aber der Freie kann
Gutes wie Böses tun.
Das bestimmt er selber.
Je nachdem wie er die
Möglichkeiten seiner
Freiheiten bewertet.
Früher haben Eltern,
Familie, Dorf, Kirche
die Freiheiten rigoros
beschnitten, der Staat
hat sich über kommende
konforme Untertanen gefreut
und das seine dazu
getan, damit es so bleibt.
Das ist vorbei.
Wir haben heute viel mehr
Freiheit und jeder seine eigene.
Deshalb trennen
wir uns immer mehr.
Der Individualist schlägt
die Gemeinschaft.
Ganz ohne geht es aber nicht.
Was anstreben?
Wegen der Anziehungskraft
müsste der Mond eigentlich
auf Mutter Erde stürzen.
Das verhindern
Gegenkräfte aus dem All.
Beide zusammen,
Anziehungskraft und Fliehkraft,
halten den Mond
auf einer stabilen Umlaufbahn.
Stabilität, ist es nicht das,
was wir wollen?

 

9 Gedanken zu “Was trennt uns?

  1. Inge says:

    ‘Was trennt uns’, setzt voraus, dass wir zunächst mit Jemanden eine Nähe erleben. Nähe zur Mutter, zu den Eltern, zu Geschwistern, der Sippe, dem Dorf, dem Staat, einer religiös-kulturellen Gemeinschaft usw.
    Die gesunde Neugierde und das Interesse Neues zu erlernen, liegt besonders im Wesen des Kindes. Es wird sich an dem nähren, was ihm entwicklungsbedingt dient, und es wird seinen “Sicherheitsort” immer mehr verlassen um sich dem zuzuwenden, wozu es gedrängt (innere Bestimmung) ist (angeborene, anerzogene Talente nutzen).

    Trennung hat viele Gesichter:
    – die für mich bedeutendste Trennung war
    und ist die Trennung des Menschen von Gott
    – dann ist da die notwendige Trennung (Geburt)
    – die launenhafte, spontane Trennung (Ehebruch)
    – die eine entschiedene Trennung (Scheidung)
    nach sich ziehen kann
    – Trennung von Lebenslügen (Werte prüfen)

    Trennung kann in die Freiheit führen
    Trennung kann in die Unsicherheit führen
    Trennung kann Altes beenden und neues Finden zulassen

     
  2. Augustinus says:

    Was uns trennt, kann sehr vielfältig sein, sei es das Geschlecht, die Kultur, die Rasse, die Sprache, die Lebensphilosophie und noch vieles mehr. Diese Trennungsgründe benützen wir als Rechtfertigung für eine Trennung. Wenn wir es wollen, können wir es verhindern, was wir dazu brauchen, ist die Hilfe des Ich’s. Die Überwindung der dunklen Seite der Freiheit.

     
    1. Inge says:

      Gemeinsames Tun (wurde bislang nicht erwähnt) wird bei der Trennung aufgelöst und kann ein ungutes Gefühl (Vakuum) hinterlassen. Ist das mit der dunklen Seite der Freiheit gemeint?

       
  3. Karlheinz says:

    Was trennt uns ?
    wieder mal ein spannender Abend. Vor allem nach der Detlev’schen Einleitung zu den Regeln der Philosophie. Ob er nun leerreich oder lehrreich war, hängt von der Bereitschaft und Erkenntnisfähigkeit des Einzelnen ab. Fortschritte waren erkennbar. Wenn man bedenkt, wie lange die Evolution brauchte, so muss man schon für kleine Schritte dankbar sein. Wenn Philosophie das Ergebnis von Denken ist, so ist Zeit ein wichtiger Faktor.
    Erschwert wird Reglementierung durch unterschiedliche Bildung der Teilnehmer und es ist nicht verwunderlich, wenn gerade Themen aus den Grenzbereichen der Wissenschaften problematisch sind. Es erfordert ein hohes Maß an Disziplin, wenn man die Ansichten anderer hören möchte. Spontanreaktionen sind fast immer ein Hinweis, dass man anderer Meinung ist. Besonders gefährdet sind davon „Experten“ aus den Bereichen Heilkunde, Psychologie und Theologie. In diesen Disziplinen gibt es die meisten alternativen Angebote.
    Wenn z.B. eine Seele zu heilen ist, gibt es zu viele Methoden, die oft deswegen unwirksam sind, weil „Heiler“ selbst von einer Berufskrankheit infiziert sein können, die man Helfersyndrom nennt.

    Auch die Freiheit würde ich nicht als eine Folge der Trennung von der Nabelschnur deuten. Sie scheint mir eher am Ende einer geistigen Entwicklung zu stehen. Für mich ist Freiheit mehr eine Belohnung für Tugenden, die wir gelernt haben oder anerzogen wurden. Mit anderen Worten; bevor man die von Reinhard May besungene „Grenzenlose Freiheit über den Wolken“ erreicht hat, sind einige Übungen erforderlich, die wir gemeinhin dem Erwachsenen zuordnen. Verantwortungsbewusstsein, Mündigkeit, Gehorsam, Pflichtbewusstsein etc. So gesehen wären Regeln nur eine pädagogische Voraussetzung, um erwachsen zu werden und als Pflichtübung zur Erlangung der Freiheit zu verstehen.
    Für mich ist es logisch, dass ich mich als Bewohner der Erde mehr der menschlichen Gattung zugehörig fühle, als wenn ich nur Bayer oder Franke wäre. Mein soziales Grundverhalten wird umfassender, je mehr ich Grenzen aufhebe, denn die sind unnatürlich.Danach wäre jede Abgrenzung asozial, auch wenn Deutsche es bevorzugen, ihre Grundstücke einzuzäunen.
    Man könnte ja mal hinterfragen, warum gerade in deutschsprachigen Ländern Zäune bevorzugt werden, während in anderen Ländern diese mehr für die Aufzucht von Tieren Verwendung finden. Vielleicht könnte das ein Grund sein, warum 2 Weltkriege von Deutschland ausgingen???
    Zum Schluss noch die Verwendung von Verallgemeinerungen, zu denen auch die Ismen (Rassismus, Sozialismus, Egoismus uvm) gehören.
    Seit 1948 weltweit die Menschenrechte in die Verfassungen der meisten Länder aufgenommen wurden, entwickelt sich eine Form von Freiheit, die sich vor allem auf die Meinungsfreiheit beruft. Hier werden die vorher genannten Bedingungen völlig ignoriert und es bleibt nur das Wundern, warum diese Freiheit nicht funktioniert.
    Menschenrechte funktionieren nicht ohne Pflichten, so wie unsere Saurüssel-Philosophie nicht funktioniert ohne Regeln.

     

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