Was unterscheidet sokratischen und stoischen Stammtisch?

Die Welt oszilliert
zwischen Chaos und Ordnung.
Ohne Ordnung kein Miteinander.
Ohne Chaos kein Fortschritt.
Der sokratische Stammtisch
schöpft die Ordnung aus dem Chaos.
Der stoische Stammtisch
schützt die Ordnung vor dem Chaos.
Bist du beim sokratischen Stammtisch,
bist du Weltgeburtshelfer.
Bist du beim stoischen Stammtisch,
bist du Weltbewahrer.
Zusammen bist du die Welt.

 

5 Gedanken zu “Was unterscheidet sokratischen und stoischen Stammtisch?

  1. Karlheinz Raum says:

    Lieber Detlev,
    in der Schlussfolgerung gehen unsere Meinungen etwas auseinander, denn für mich war der letzte Stammtisch ein Erlebnis besonderer Art. Nach Deiner ausführlichen Erklärung, wie sich die beiden philosophischen Schulen entwickelt haben – mit dem Hinweis auf die Natur – ergab sich für mich eine logische Weiterentwicklung, die ich als evolutionär bezeichne. Leider ist durch die vielen Beiträge der Teilnehmer, dieser Gedanke etwas verloren gegangen.
    Jetzt kommt meine These; wenn man davon ausgeht, dass die alten Philosophen quasi die Grundlage für Geisteswissenschaft geschaffen haben, so kann man durchaus eine Weiterentwicklung erkennen, da Natur mit endlichem Wachstum verbunden ist. So gesehen, wäre die Schule der Stoiker eine Weiterentwicklung, aus deren Grundlage weitere Varianten entstanden sind. Nur dass ab dem 3. Jahrhundert die geistige Erziehung nicht mehr von Philosophen geprägt wurde, sondern durch die Kirche, während ab dem 7. Jahrhundert der Einfluss des Islams dazu kam, dessen geistiges Wachstum durch die islamische Mystik geformt wurde. In Zentraleuropa haben sich andere Geisteswissenschaften entwickelt, wie z.B. Psychologie und Pädagogik.
    In der Neuzeit, bzw. nach Erfindung des Buchdrucks, wurden aus Philosophen Schriftsteller.
    Es ist sicher kein Zufall, dass Gedanken der Urväter der Philosophie in neuem Gewand erschienen und das Rousseau zugesprochene Zitat „retour a la nature“ seinen Ursprung bei den Stoikern fand. So gesehen wären auch Voltaire, Hölderlin und viele andere Klassiker eine Weiterentwicklung. In der Pädagogik könnte man Pestalozzi , Melanchthon, Montessori, ja sogar Rudolf Steiner als Weiterentwicklung der Stoiker sehen.
    Auch die Begründer der modernen Psychologie, wie S. Freud, C.G. Jung, A. Adler passen in diese Sichtweise und die heute praktizierte angewandte Verhaltenstherapie, wäre danach eine natürlich Entwicklung und somit Evolution.
    Da auch Religion zu den Geisteswissenschaften zählt, passen auch die verschiedenen Glaubensrichtungen, genau in dieses Denkschema. Zu Beginn unserer Zeitrechnung waren es Stoiker, die unsere Denkweise beeinflussten. Danach die Christen. Ab dem 7. Jh der Islam. Selbst Abspaltungen, wie die orthodoxe,anglikanische oder evangelische Kirche passen in diese Betrachtungsweise. Ja selbst mein Glaube, ab dem 19. Jh, die Bahai.
    In unserer modernen Zeit, das durch Säkularisierung geprägt wurde, nennt man es think-tank oder Denkfabrik.

     
  2. Do Pfrogner says:

    Lieber Karl-Heinz,
    Wow!
    Dein sokratisches Wissen kann ich nur mit stoischer Gelassenheit bewundern.
    Doppel-Wow!!

     
  3. Elli says:

    Sollten wir nicht, jeder für sich, zum wahrhaften Sinn unseres Lebens kommen, anstatt die Sicht- und Denkweisen längst Verstorbener zu interpretieren? Was geht mich Sokrates an, wenn ich nicht mal die Denke des Nachbarn kenne, der mir vielleicht auch was zu sagen hätte.

     
    1. Karlheinz Raum says:

      Elli – das wäre der Idealfall. Aber dazu bedarf es vieler Denkanstöße, bevor wir selbst zu denken anfangen.

       
    2. Detlev Six says:

      Mit dem Verständnis von Sokrates kenne ich die Denke des Nachbarn besser, als es den Denkverhinderern von Staat und Kirche zu allen Zeiten lieb war. Deshalb musste Sokrates auch sterben.

       

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