Wie schaffen wir ein WIR in den Zeiten des ICHS?

Welches WIR wollen wir?
Das WIR der Deutschtürken mit
dem kriegstreibenden Sultan Erdogan?
Das WIR der Völkischen aus dem
Blut-und Bodenabfall der Geschichte?
Das WIR der arabischen Familien-Clans,
die mit Mafia-Methoden Parallelwelten
in unseren Städten erzwingen?
Das ist das WIR von Affenhorden
aus der Steinzeit.
Es gibt nur ein WIR.
Ein WIR,
an dem WIR mit demokratischen
Mitteln die Regeln erarbeiten,
die unserem Gemeinwohl dienen.
Dazu gehört ein ICH,
das nicht in regelentbundenen
neoliberalen Orgien sich jeder
Verantwortung entzieht.
Ein ICH, das nicht ausgeflippte
Egos nach oben spült.
Sondern ein ICH,
das die Interessen
aller im Blick hat
und Macht auf viele
Schultern verteilt.
Dieses ICH wollen WIR.

 

5 Gedanken zu “Wie schaffen wir ein WIR in den Zeiten des ICHS?

  1. Karlheinz says:

    Dein Kommentar ist eine hervorragende Ergänzung zu den Beiträgen der abendlichen Runde und eine Antwort auf die Themenfrage. Am Abend kam immer wieder die Frage durch: „Ist der Mensch wirklich so egoistisch, wie wir heute unsere Gesellschaft erleben?“
    Von Natur aus nicht. Er ist zwar so programmiert, dass er alleine überleben kann, aber leichter ist es in der Gemeinschaft – bei den Tieren auch Herde oder Rudel genannt. Da kann man die Aufgaben besser teilen und obendrein besser schützen.
    Dieses Grundverhalten, das durch Anlagen und Erziehung einem Entwicklungsprozess unterliegt, unterscheidet sich vom Ursprung, als sich der Mensch allmählich über die Erde ausbreitete. Durch Fortpflanzung entstanden aus Familien, Stämme, Dörfer, Städte, Völker und Nationen. Das natürliche Wachstum wurde durch Überfälle auf Nachbargemeinschaften beschleunigt. Das Grundverhalten hat sich bis heute kaum geändert, nur dass aus Stämmen, Konzerne und Nationen geworden sind. Die Herden wurden immer größer. Das Endziel ist wohl eine Weltgemeinschaft, wie sich in der Neuzeit (1918 – Völkerbund) herauskristallisierte.
    Man hat es bis dahin immerhin geschafft, gigantische Gemeinschaften zu bilden. Bis zum 19. Jahrhundert hatten sich etwa ein Dutzend Reiche die Welt aufgeteilt, die allesamt autokratisch geführt wurden. Sie entstanden alle durch Eroberungskriege, die im 20. Jahrhundert mit zwei Weltkriegen beendet wurden. Die Siegermächte, zusammen mit den überlebenden Nationen (ca 200), haben 1948 beschlossen – eine neue Völkergemeinschaft zu gründen, die man United Nations nannte.
    Da sich als Ursache für den Zusammenbruch der damaligen Weltordnung, hauptsächlich Kriege herausstellten, die am Ende nicht mehr zu den früheren Eroberungen führten, sondern zu unsäglichen Verlusten (im 20. Jh.ca. 200 Millionen Kriegsopfer), sollte das Ziel neu formuliert werden. Erstens: Verhinderung von Kriegen und zweitens: Mehr Gerechtigkeit.
    Den Inhalt dieser neuen Vereinbarungen nennt man seitdem Charta der Menschenrechte.
    Jetzt müssen wir lernen, dass die alten Regeln der Autokratien unwirksam geworden sind. Für die Weltgemeinschaft gilt, wenn die Ressourcen dieser Erde verbraucht sind, gibt es nichts mehr zu fressen und die Gefahr des Kannibalismus droht. Das bedeutet, dass unser Bewusstsein sich allmählich den veränderten Regeln anpassen muss. Als größtes Hindernis in diesem Prozess, erweist sich der Begriff „Freiheit“, der offensichtlich nicht genügend erklärt wurde. Gemeint war ursprünglich eine Befreiung aus der Knechtschaft – und zwar auf allen Ebenen der Gesellschaft.
    Um das zu verstehen, ist ein Vergleich mit anderen Lebewesen hilfreich. Im Tierreich unterscheidet man Wildtiere von Nutztieren. Da der Mensch gelernt hat, mit Regeln zu leben, gehören wir zur Gattung der Nutztiere. Der Stallbesitzer ist danach der Staat, der die Verantwortung dafür übernehmen sollte, dass die Herde gefüttert und geschützt wird. Einen Teil dieser Verantwortung hat man uns durch Sozialgesetze abgenommen. Was wir lernen müssen, ist, dass wir uns um das Futter selbst kümmern müssen. Unser „Stallbesitzer“ lässt uns dazu auf die Weide und seit einiger Zeit auch auf die Weiden der Nachbarn. Was wir aber noch nicht gut verstanden haben, ist, dass wir nicht schneller fressen sollten, als das Gras nachwächst. Diese Erkenntnis tauchte erstmalig 1992 auf der Umweltkonferenz von Rio auf, wo man feststellte, dass das Futter knapp wird. Man nannte es Ressourcen und Nachhaltigkeit (Sustainability).
    Aus dieser Erkenntnis wäre meine Zusammenfassung; zu lernen aus dem IQ ein WeQ zu entwickeln, das Gerechtigkeit und Gemeinwohl einschließt – statt KI (künstliche Intelligenz).

    PS : Rudel gibt es beim Wild – Herden beim Nutztier.

    Karlheinz Raum, Rosenheim

     
    1. Detlev Six says:

      Eine sehr gute Einbettung des Themas in einen größeren Zusammenhang.
      P.S.
      Worauf bezog sich dein P.S.(Rudel/Herde)? Falls er sich auf meinen Post bezog: Ich habe Horde geschrieben.

       
  2. Hans Zangl says:

    Diese Frage ist nicht philosophisch, sondern ideologisch geprägt. Das “Wir” ist das Ideale, das “Ich” das Schlechte, das es zu bekämpfen gilt. Am Stammtisch der Partei “Die Linke”, vielleicht auch bei einigen Grünen (zur Zeit nicht bei der SPD), wäre das ein interessantes und aktuelles Thema.

    Für einen Philosophenstammtisch ist dieses Thema falsch formuliert. “Ich” und “Wir” hat es in der Geschichte der Menschheit schon immer gegeben und wird es auch in Zunkunft geben, solange es uns Menschen gibt. Der Evolutionsprozess wird angetrieben vom Zwang zu überleben. Bei beschränkten Ressourcen bedeutet dies logischerweise Wettbewerb um diese Ressourcen. “Wir sind alle lieb und nett zueinander funktioniert dann nicht mehr!”

    Der Philosophenstammtisch hätte z.B. die Frage so diskutieren können: Was beeinflusst das Verhältnis zwischen “Ich” und “Wir”?

     
  3. Karlheinz says:

    wir sind weder Stammtisch noch Philosophen, sondern Menschen, die sich regelmäßig treffen, um sich über einige Dinge Gedanken zu machen. Wir philosophieren nur – ohne hätte, sollte, müßte oder man – wenn es gut geht. Wir versuchen Zusammenhänge zu verstehen, um Ereignisse auf der Welt besser zu begreifen. Das verbindet uns zum Wir. Dazu haben wir einen Dichter unter uns, der uns die Ungereimtheiten dieser Welt in Reime fasst.

     

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