Nein, die
A meisen f ür D eutschland
haben genauso
wenig Ohren,
wie ihre Vorbilder
in der Natur.
Sie reden dafür
umso fleißiger
verächtliches Gift.
Denn dazu muss
man nicht denken.
Sie hören aber auf nichts,
das vor dem Tun
ihrer Vor-Ameisen warnt.
Denn Zuhören erfordert
denken und das wollen
oder können sie nicht.
So laufen sie
einfach hinterher.
Die Ameisen in der Natur
haben zwar keine Ohren,
spüren aber Schallwellen
durch Erschütterungen im Boden.
Wenn die
A meisen f ür D eutschland
dies spüren,
ist es zu spät.
Dann marschieren
bereits die Stiefel.
Das Thema hat sich erschöpft.
Zeichnen sich Ameisen nicht vor allem dadurch aus, dass sie ein Leben lang bedingungslos für ihren Staat arbeiten? Wo liegt denn dann der eklatante Unterschied zwischen AfDlern und dem Großteil der übrigen Bevölkerung?
Das ist das Problem, warum die Wahlerfolge der AfD nicht mehr zu stoppen sind.
Ich kann die Einschätzung der AfD.ler so nicht ganz teilen, obwohl manchmal auch mir die Abkürzung AfD wie eine Aufzeichnung für „Auffangbecken für Deppen“ erscheint. Aber bei genauer Betrachtung haben für mich AfD-Freunde eine große Ähnlichkeit mit Sympathisanten der Republikaner in Amerika, oder sogar mit Wählern von CDU/CSU: Sie schätzen die Demokratie, soweit sie ein gutes Leben gewährleistet oder wenigstens Hoffnungen speist.
Schuld an dieser Entwicklung sind unsere großen Philosophen der Aufklärung, vor allem Immanuel Kant, denen es gelungen ist, gleiche Rechte für alle Bürger und eine moderne Demokratie durchzusetzen. Sie haben unterstellt, dass alle Menschen vernünftig sind und keine Vorkehrungen für den beachtlichen Rest getroffen.
Schuld sind aber auch die verantwortlichen Politiker, die sich mit den Inhalten der AfD nicht auseinandersetzen wollen, eine Mauer darum bauen und die Anhänger dieser Partei für naiv halten. Ich habe in meinem Leben gelernt, dass Menschen, denen ich zeigte, dass ich sie für beschränkt hielt, nie für mich Sympathien entwickelten und vermute deshalb, dass man über Zuordnung der Naivität kaum Wählerstimmen gewinnen kann.
Vor allem fehlen Perspektiven. Ludwig Erhard versprach den Bürgern, die in Trümmern lebten, den Wiederaufstieg – und der kam auch, weil die Wähler ihm glaubten. Dann wurde es viele Jahrzehnte nur besser. Heute aber, wo es uns noch so gut geht wie nie zuvor, hören wir, dass wir vor einem dauerhaften Abstieg stehen. Bescheidenheit, Anpassung, Gürtel enger schnallen ist angesagt – nicht Hoffnung.
Schuld sind aber auch die Bürger, die ihre Macht nicht kennen. Bürger sind für die Stimmung verantwortlich, und Stimmung schlägt sich in Wahlen nieder. Wahlen werden bei uns immer wieder abgehalten und machen wenig entscheidungsfreudigen Politikern Angst, weil Wahlen selbst im Saarland oder vielleicht auch in Buxtehude immer in ihrer Bedeutung für unser gesamtes Land gesehen werden. Dabei geht es in Buxtehude vielleicht gerade um den Fischteich hinter der Mühle.
Du hast es sehr schön ausgedrückt: Soweit die Demokratie ein gutes Leben gewährleistet oder wenigstens Hoffnungen speist, schätzen sie diese: Die AfD-Freunde, die Republikaner in Amerika oder auch einige CDU/CSU-Wähler. Die Demokratie funktioniert also für einen großen Teil der Wähler nur als Wohlfühlprojekt. Krisen verboten. Härter ausgedrückt: Die Demokratie ist ein Dauer-Bestechungsprojekt. Alles andere führt zu „enttäuschten Demokraten“ (natürlich nur bei den drei erwähnten Gruppen, es gibt ja auch begeisterte Demokraten, die bereit sind, sich mit der kompliziertesten Regierungsform der Menscheit auseinander zu setzen und sich für sie einzusetzen – und dafür Krisen in Kauf zu nehmen). Nun, wir haben eine Zeit, in der Untergangsszenarien vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang Konjunktur haben. Welche Fragen stellen sich dann für die „enttäuschten Demokraten“ in großer Dringlichkeit? Warum wählen sie, wie sie wählen? Der Kinderarzt und Wissenschaftler Herbert Renz-Polster fasst diese Fragen so zusammen: „Was ist die „richtige“ Ordnung der Welt? Von oben nach unten oder von Mensch zu Mensch? Worauf gründen sich Beziehungen? Geht es da um Macht und Unterwerfung – oder um Vertrauen und Zusammenarbeit?“ Herbert Renz-Polster glaubt nicht, dass diese Zweiteilung der Ordnung in der menschlichen Natur liegt, sondern von Kindsein-An eingeübt wird. Wenn man sich die unterschiedliche Entwicklung der AfD in der DDR und der BRD ansieht, mag er recht haben. Die DDR hat das Training durch zwei Diktataturen vorzuweisen, die BRD nur eine Diktatur erlebt – die aber mittlerweile schon wieder von einer 80-Jährigen Rekonvaleszenzzeit gefolgt wurde. Meine Voraussage: Wir werden in Zukunft wieder zwei deutsche Staaten haben. Einen volldeutschen im Osten mit einer autokratischen Ordnung und einen biogemischten im Westen mit einer demokratischen.
Lieber Ekkehard, lieber Detlev,
interessant, eure Beiträge zu lesen über den Einfluss der AfD auf die Demokratie. Mir erscheint es, als wenn die Demokratie ihre Abschaffung als Staatsform bereits in sich trägt, in ihrer DNA. Wie komme ich darauf? Das Tocquevillesche Paradox lehrt uns Folgendes: Je gerechter Gesellschaften werden, desto genauer wird noch verbleibendes Unrecht wahrgenommen. Die Überwindung der Doppelmoral der Nachkriegszeit, die Ausgrenzung homosexueller Menschen und vielem mehr, wird zum Beispiel nicht als Erfolg liberaler Demokratien gewürdigt und gefeiert. Ihr habt es ganz gut beschrieben: solange es gut läuft, bleiben wir dabei. Dazu kommt die Infantilisierung der Politiker, die nicht mehr gewillt sind, das Anstehende zu erkennen und zu lösen, sondern es nur noch jedem möglichst recht machen wollen. Das bringt aber keine tauglichen und substanziellen Lösungen mehr hervor, sondern lauwarmes bla bla. Umso mehr flüchten viele zu den lautstarken „simple minds“. Die Demokratie braucht erwachsene und gereifte Menschen, die Probleme einschätzen können, zum Beispiel die bedrohliche Aufheizung der Welt. Die Masse der Menschen scheint sich aber abzuwenden von Verantwortung, Nachdenken und Anstrengung.
Es gibt nicht nur A-Meisen, sondern auch C- , S-, G-, oder L-Meisen.
Nicht zu vergessen, die bayerischen CS-Meisen. Ohren habe sie alle.
Nur einige vergessen das Ohrenschmalz zu entfernen.
Wenn es bräunlich wird, hilft auch kein Hörgerät,
der gesetzlichen Krankenkassen.
Menschliche Ameisen sind Lebewesen mit einer Steuernummer,
die autokratische Systeme gewöhnt sind.
Früher hatten sie einen König, später einen Führer.
Nach dem gescheiterten Versuch, selbst zu führen,
wollen sie wieder geführt werden.
Hauptsache; keine Verantwortung,
aber eine sichere Rente, für die 2. Hälfte des Lebens.
der Text wäre ruckwärts gelesen fast sinnvoller
Deutschland für Ameisen
Fleißig sind sie, können große Lasten tragen, helfen zusammen, um ihren Bau zu schützen.