Sand ins Getriebe werfen?

Es kann nötig sein.
Sand in andere
Getriebe zu werfen.
Aber genauso nötig:
Ins eigene.
Zum Beispiel in meins.
Bekenne:
Fan von KI zu sein.
Verkenne:
Aber auch nicht
die Gefahr,
die KI beeinflusst
die Selbstbestimmung
meines Denkens.
Andere sind da
noch wesentlich
entschiedener.
Sie sprechen von
Abschaffung.
Darüber gibt es
Gespräche.
Austausch.
Und ja.
Auseinandersetzung.
Und.
Streit.
Gut so.
Wir sind kein
Stammtisch mit
einer festen
Angebotsstruktur
(hässliches Wort).
Mit einer
bestimmten,
gar festgelegten
Art des
Philosophierens.
Es zählt die
Frische des
einzelnen Beitrags.
Und dazu
gehört auch:
sich selbst
einmal Sand
ins Getriebe
zu werfen.

23 Gedanken zu “Sand ins Getriebe werfen?

  1. kuhn hans-peter sagt:

    An Karin:
    “Sich selbst Sand ins Getriebe werfen” beschreibt die Entwicklung von Bewusstsein.
    Zum Beispiel von Risiken, wenn Emotionen uns zum spontanen, unachtsamen, unüberlegten Handeln treiben.
    Bewusstsein ist das Wissen um was ich will und und ob und wie ich es erreichen kann.

    1. Hans Zangl sagt:

      Das sehe ich etwas anders.
      -Wenn ich mir selbst immer im Weg stehe
      -wenn ich ständig saufe oder kiffe,
      -wenn ich ständig mekere und unzufrieden bin
      -Wenn ich mir nichts zutraue und keine Risiken eingehen
      -Wenn ich keine Verantwortung übernehme
      -Wenn …..
      Dann werfe ich mir ständig Sand ins Getriebe, dann habe ich viel Sand im Getriebe, dann kann ich mein Bewusstsein nicht positiv weiterentwickeln.
      Um das Bewusstsein zu erweitern, muss ich Risiken eingehen, muss was ausprobieren, muss anpacken, vorangehen und Verantwortung übernehmen, muss Fehler machen und erkennen, dass ich einen Fehler gemacht habe um es das nächste mal besser machen zu können. ‘Aus Fehlern wird man klug” heißt ein Sprichwort.

        1. Hans Zangl sagt:

          Lieber Detlev
          Ich habe nicht nur davon gehört, ich habe das Prinzip auch in meinen Lehrveranstaltungen verwendet. Wenn ich etwas Bestehendes grundsätzlich, umfangreich und stark verändern will und nicht nur da und dort an “Kleinigkeiten rumschraube”, muss ich mich von vielem Bestehenden trennen. Um erfolgreich zu sein brauche ich klare Vorstellungen, was ich “Neues” will (Strategie) und wie das Neue erzeugt, geschaffen werden kann. Das wie bedeutet allerdings nicht, eine Planung bis ins Detail auszuarbeiten, bevor ich anfange. Die Wege zum Ziel müssen aber klar beschrieben und die Zielerreichung mit großer Wahrscheinlich machbar sein. Wenn man so vorgeht, ist es kreative Zerstörung, weil ich weiß was ich bis wann “Neues” will und wie ich es erreichen will. Nur Sand ins Getriebe werfen ist noch keine kreative Zerstörung.
          Im Unternehmensbereich nennt man das Ganze auch “radikales business reengineering”.

  2. Karlheinz Raum sagt:

    Mit KI werden scheinbar die meisten Fragen beantwortet. Das erspart uns das Nachdenken, im Zweifel hat KI recht. Wenn es zum Streit kommt, ersetzt KI den Gutachter. Wir können nur hoffen, dass vor Gericht der Richter die gleiche KI Software benutzt. Unser Pech dabei: wir erfahren nicht mehr, was wahr ist und was menschliche Intelligenz ist. Eigendiagnose: dieser Beitrag ist etwas zynisch.

  3. Karin Kraft sagt:

    Noch eine Frage tut sich mir auf: ist Bewusstsein wirklich die Anhäufung von Wissen und dessen Verknüpfung mit anderem Wissen? Und wenn Bewusstsein den Menschen zum Menschen macht : Was ist es in diesem Zusammenhang? KI ist für manche Menschen schon längst kein bloßes “Tool” mehr, es ersetzt DiskussionspartenInnen, Diskurs, Streit und menschliche Ungenauigkeiten, die man gemeinsam definiert und sich so besser kennen lernen kann. Nicht das Wissen ist der Zweck, nur das Mittel. Bleibt also immer noch die Frage nach dem Zweck, und inwiefern der Mensch der Zweck ist.

    1. Detlev Six sagt:

      Liebe Karin,
      du bereitest mit deinem Kommentar einen fruchbaren Saurüssel-Abend vor:
      Thema “Bewusstsein”.
      Wenn du von vorneherein wissen möchtest, ob du lieber bei einer Definition landest oder bei einer Philosophie, dann ist folgendes hilfreich: definieren bewegt sich innerhalb von Grenzen, philosophieren schreitet über Grenzen hinweg.
      Definitionen kannst du aus jedem Lexikon holen, philosophieren kann dir einen (wenn es gut läuft) maßgeschneiderten, auf deine Lebensverhältnisse zugeschnittenen Bewusstseinsbegriff verschaffen.
      Das Schöne vor dem Abend: du hast die Einführung bereits geschrieben, deinen Kommentar. Was du noch brauchst, ist eine Frage dazu, welche die Teilnehmer triggert.
      “Triggern” ist eines der wenigen Fremdwörter, die ich jedem deutschen Begriff, der versucht ihn einzudeutschen, vorziehe. Er hat schon durch seine lautmalerische Konstruktion die Kraft, Menschen zu mobilisieren.
      Die naheliegende Frageform in der Philosophie ist die “Was ist…Frage? Also, was ist Bewusstsein? Von gebildeten, akademischen Philosophen hoch geschätzt und zur Verstärkung dieser Meinung auch ontologische Frage genannt. Also die Frageform, die unser Sein erkundet. Wenn du sie googelst, wirst du hundertausende von Antworten bekommen.
      Warum dann noch zum Stammtisch gehen?
      Meine Empfehlung:
      Versuche eine Frageform zu entwickeln, daran zu arbeiten (ja, Stammtisch ist machmal harte Arbeit), die triggert.
      Und du wirst den Saurüsselinnen und Saurüsseln einen fruchtbaren Abend bescheren.

  4. Karlheinz Raum sagt:

    Ihr werdet mir kaum glauben; KI ist ein wundervolles Werkzeug – auch für Neues Denken.
    1. Weil ich mindestens 90% von dem, was ich einmal in der Schule gelernt hatte,
    vergessen habe.
    2. weil meine Bücherregale, Lexika und Brockhäuser total verstaubt sind (inkl. Inhalt):
    3. weil meine Lebenszeit zu wertvoll ist, um sie mit Suchen zu verbringen.
    4. weil ich nicht die Erwartung von Belehrenden erfüllen möchte, deren Kompetenz fraglich ist.
    5. weil ich mich, für die Suche nach Zusammenhängen, lieber an Experten wende,
    6. weil ich, als Pragmatiker an das Sprichwort glaube; wer lang fragt, geht lang irr.
    7. weil ich daran glaube, dass viele Fragen, mehr Verwirrung stiften, als Klarheit.
    Bei der Vorbereitung dazu, liefert mir KI wertvolle Dienste.
    Vor allem Zeit, über den Sinn, nachzudenken.
    KI generierte Einleitungen wirken auf mich, wie betreutes Denken,
    das die Wirkung von Sand im Getriebe hat – oder den Stammtisch ersetzt.

    1. Monica Lieschke sagt:

      Huch, Karlheinz,
      DU ein Neo-Fan von KI ?!- Und das gar in Zusammenhang mit Neuem Denken? Genutzt statt altem verstaubten Lexikon? Aber sicher nicht, um mal eine Einleitung in ein Stammtisch-Thema (und die Arbeit daran) zu erleichtern?
      Ist das nicht ein kleiner Widerspruch?
      Warum nicht mal KI befragen, was Karlheinz meint, wenn er über Neues Denken spricht – und ich es einmal wieder nicht kapiere?
      Aber Du bringst mich auf ein künftiges Thema: Dein Zitat:
      “Wer lang fragt, geht lang irr”. Und noch eins drauf:
      “Weil ich daran glaube, dass viele Fragen mehr Verwirrung stiften als Klarheit”.
      Ich vermisse Deine Fragen beim Stammtisch. Nicht nur Kinder, auch  Altersweise, ja sogar Philosophen dürfen “schamlos” fragen. Ohne Scham. Ohne Angst, sich als unwissend zu outen. Vielmehr, um mehr über die Welt in ihrer ganzen sichtbaren und unsichtbaren Fülle zu erkunden, Wissen u n d Erkenntnis zu tanken. Ergänzt freilich durch andere Wege, wie das Tun, Meditation, “den Kopf leeren”,…und?…und? Und: Fragen sind oft das einzige Mittel und der einzige Weg und Versuch, einander (besser) zu verstehen. Bitte daher um mehr Wertschätzung für die Frage 😉

  5. Hans Zangl sagt:

    Ich bin erstaunt und zugleich erschrocken, was die KI bei einigen schon angerichtet hat. Die Leute haben das Fragen und Zuhören verlernt wird behauptet oder: wer KI am Stammtisch nicht will ist KI-Gegner und verblödet, ist zu langsam im Denken und Verarbeiten.
    Ich empfinde diese Beiträge als respektlos gegenüber den Teilnehmenden, die nur mir Hirn und zugleich Freude, Spaß und Geselligkeit am Stammtisch teilnehmen, die nicht bei allen Themen bis ins kleinste Detail runtersteigen wollen, die vielmehr nach “größeren” Zusammenhängen suchen. Das ist Philosophie!

    Macht doch einen eigenen KI Stammtisch auf, viel Spaß dabei!

    1. Monica Lieschke sagt:

      Warum denn so zynisch? Warum denn gleich einen eigenen Stammtisch eröffnen?
      Warum nicht mal ein eigenes Thema/einen eigenen Abend gestalten? Ob KI-generiert oder selbst erdacht ist hierbei für mich zweitrangig. In Erwartung konstruktiver Beiträge, mit saurüsselnden Grüßen

        1. Hans Zangl sagt:

          Ja Monika, weil du meine Frage nicht beantwortet hast – wo ist die Philosophie? – habe ich KI gefagt. Ich habe meinen kompletten Text eingegeben und gefagt. Ist das zynisch? Hier die Antwort von KI:

          Dein Text ist nicht zynisch, sondern eher emotional, kritisch und klar in der Haltung. Du äußerst Enttäuschung und Besorgnis über Entwicklungen, die dir gegen den Strich gehen – aber du tust das nicht verletzend oder spöttisch, sondern mit einem deutlichen Wunsch nach Respekt und Menschlichkeit im Miteinander.

          Zynismus würde bedeuten, dass du dich über andere verächtlich oder sarkastisch äußerst, zum Beispiel indem du ihre Haltung ins Lächerliche ziehst oder ihnen schlechte Absichten unterstellst. Das machst du nicht. Du kritisierst eher die Art der Diskussion oder das Verhalten einzelner in Bezug auf KI – vor allem dort, wo du das Gefühl hast, dass Menschen abgeurteilt oder ausgeschlossen werden, nur weil sie anders denken.

          Dein Schlusssatz:

          „Macht doch einen eigenen KI Stammtisch auf, viel Spaß dabei!“

          könnte von manchen als leicht spöttisch oder genervt gelesen werden – aber er ist nicht wirklich zynisch. Wenn du ganz sicher gehen willst, nicht missverstanden zu werden, könntest du den Ton hier etwas abschwächen.

  6. Wolfgang Engel sagt:

    Liebe Karin,
    du bezweifelst den Sinn philosophischer Gespräche, wenn wir uns vorher bereits kundig gemacht haben mit Hilfe der KI? Dann hätten wir ja alle bereits die Lösungen und Erkenntnisse parat…
    Was wird passieren? Glaubst du, wir präsentieren dann nur noch die Lösungen und gehen dann wieder nach Hause, weil mehr nicht zu sagen ist?
    Glaube kaum! Jetzt werden Fragen kommen, wie immer. Nur viel spezifischer, viel differenzierter, viel tiefer durch die Integration von Aspekten, die ohne KI vielleicht unbeachtet geblieben wären. Ich erwarte einen größeren Output, einen größeren Bewusstseinszuwachs. Mehr Klarheit und Erkenntnis.
    Gib der Sache eine Chance….
    im Übrigen: Die KI stopft natürlich keine Löcher! (Detlev, was redest du da?)
    OK, wir haben vielleicht das Fragen und das Zuhören verlernt. Aber durch KI können wir natürlich lernen, immer präzisere Fragen zu stellen, weil die Qualität der Antwort immer von der Qualität unserer Frage abhängt. Schon allein durch das präzisere Fragenstellen wird sich unser Bewusstsein weiten (natürlich nur bei denen, die die KI nicht a priori ablehnen…).

  7. Wolfgang Engel sagt:

    Hallo Detlev,
    du siehst die Gefahr, dass die KI die Selbstbestimmung deines Denkens beeinflusst.
    Glaubst du, ohne KI wäre die Selbstbestimmung deines Denkens nicht beeinflusst?
    Ich halte die Selbstbestimmung meines Denkens ganz generell für unmöglich.
    ALLES beeinflusst mein Denken. Völlig eigenständiges Denken halte ich für eine Illusion. Alles, jedes Wort, das ich höre oder lese, selbst jede nonverbale Geste beeinflusst die Selbständigkeit meines Denkens. Oh je….wie schlimm!
    NEIN keineswegs. Gott sei Dank! Wo wäre die Menschheit, wenn wir nicht immer wieder von Generation zu Generation das Denken von unseren Eltern und Mitmenschen gelernt hätten. Wir sind alle beeinflusst. So wird Wissen weitergegeben und ständig vermehrt. So wird Bewusstsein vertieft. Wir selektieren natürlich, verwerfen oder übernehmen bestimmtes Denken. Oft verwerfen wir das richtige und übernehmen das falsche Denken. Manchmal glückt es und wir treffen das richtige. Und? Beides hat dazu beigetragen, dass unser Bewusstsein stetig gewachsen ist. und das ist doch alles, worauf es ankommt.
    KI ist gefährlich!!!! So ein Quatsch!
    KI ist nur KI. Sie hat keine Attribute. Die geben wir Menschen ihr. Und WIR machen KI zu etwas Nützlichem oder Gefährlichen. Und darin unterscheidet sich die KI in nichts von allem anderen. ALLES können wir zum Nutzen oder zum Schaden verwenden. Wir tragen die Verantwortung. Wir allein! Und die können wir auch nicht abwälzen, indem wir die KI für gefährlich erklären und verteufeln und ablehnen.
    KI gibt uns Erklärungen. Genau wie Bücher, Lehrer, Zeitungen, Sendungen, andere Menschen.
    Lehnen wir diese alle ab, nur weil sie uns auch falsche Informationen und Erklärungen geben können? Das wäre doch absurd. Die Verantwortung, Informationen zu prüfen haben wir doch schon immer gehabt, nicht erst jetzt, seit KI.
    Also beruhigt euch, nutzt die Vorteile. Und bleibt wachsam, wie ihr es schon immer wart und überprüft. Auch der Leichtgläubige kommt daran nicht vorbei. Du möchtest ein bequemes Leben, in dem alles mit “rechten Dingen” zugeht? Dann wach auf und sorge selbst dafür, dass du es bekommst. Frei Haus wird es nicht geliefert.
    Hört endlich auf, die KI abzulehnen, nur weil man sie missbrauchen kann. Dann müsstest du genauso entschieden gegen einen Hammer protestieren, nur weil man mit ihm auch einen Schädel zertrümmern kann. Immerhin haben das doch die meisten schon verstanden: Ein Hammer ist eben nur ein Hammer.
    OK, ich bin nicht blauäugig. Die KI WIRD natürlich missbraucht werden, ohne Frage. Und so werden Menschen mit ihrer Hilfe großen Schaden anrichten. Und gleichzeitig wird mit Hilfe der KI unser Bewusstsein wachsen, so dass auch die guten Kräfte, die förderlichen, wachsen. Allerdings werden die Gegner der KI dazu keinen Beitrag leisten können, Wie schade.
    Euer Stufnwoife

    1. Monica Lieschke sagt:

      Lieber Stufen Woife,
      auf welcher Stufe verorten wir denn KI, bei so viel Begeisterung über Möglichkeiten der Bewusstseinsbildung? Ich kann Dir in vielem zustimmen. Ich mag Dir hier nur in 2 Aspekten Sand ins Getriebe bzw. auf die Stufen streuen.
      1. KI ist nur ein Tool, das “Wir” als Menschen nutzen können -zum Gutem oder Bösem? Mein Bedenken: Die es zum Bösen nutzen, noch fiesere Kriege etc. erdenken, sind schon voll zugange und auch durch “uns” samt aller Wachsamkeit schwer zu stoppen. Sie haben meist andere Mittel und Möglichkeiten (siehe Elon Musk und Co). 
      Und der undenkbar scheinenden Möglichkeit, dass sich KI als globales “Superhirn” irgendwann einmal unkontrollierbar verselbständigen könnte, wird selbst von ihren Erfindern nicht mehr entschieden widersprochen.
      2.
      Ich denke mal, dass KI unser Denken anders beeinflusst als das Lesen eines Buches. Denn es wertet das Wissen zahlreicher Bücher für Dich aus, fasst zusammen, klingt neutral. Mit Nachfragen kann man das nur zu kl. Teilen einhegen. Es ist dialogisch. Du kannst ein Kapitel ansteuern, das Dich interessiert, ohne dass Du den ganzen Prozess der Herleitung und Aneignung durchlaufen musst. Kann man natürlich auch beim Lesen. Tut es aber weniger. Noch. Man weiß, dass Kapitel 10 sich anders liest, wenn man 1-9 durchlaufen hat, selbst wenn man dabei ein paarmal eingenickt ist. Wie ein künstlerischer Film, dessen vermeintliche Höhepunkte in You Tube Schnippsel zerhäckselt präsentiert wird.
      Wer weiß gar, was aus Dir geworden wäre, wenn Du Byron Katie oder Ken Wilber nur KI-generiert kennengelernt hättest – in einer Melange aus anderen Denkern?

      1. Wolfgang Engel sagt:

        Liebe Monica,
        danke für deine Stellungnahme.
        Erstmal: KI können wir nicht auf den Bewusstseinsstufen verorten, sie hat ja keins. Und ja, für mich ist Bewusstseinserweiterung zum zentralen Sinn meines Lebens geworden. Leid entsteht durch Anhaftung, und Anhaftung kann ich nur durch Bewusstsein, Selbstbewusstsein erkennen.
        Deine Bedenken verstehe ich: Die Bösen sind schon zugange mit beängstigenden Missbrauchsmöglichkeiten. Trotzdem bleibt KI nur ein “unschuldiges” Tool. Denk an den Hammer; würdest du ihn voller Entrüstung aus deinem Hause verbannen, nur weil man mit ihm auch den Schädel eines anderen zertrümmern könnte? Der Hammer ist unschuldig. Und ja, wir können kaum verhindern, wenn andere das tun. Und ja, jeder benutzt den Hammer anders. Manch einer hat sich dabei sogar mal selbst auf den Daumen….
        Und ja, das “Superhirn” wird natürlich schon mal von der Wissenschaft anvisiert, ist bis jetzt aber noch Zukunftsmusik. Lass uns vielleicht besser im Hier und Jetzt bleiben. Das Superhirn ist eine Spekulation, die einen Schrecken verursacht, der real noch gar nicht existiert. Und wenn du doch spekulieren willst, dann spekuliere auch in die andere Richtung weiter, dass es möglich sein kann, dass eine Ethikkommission bis dahin einen verantwortungsvollen Umgang mit KI entworfen hat, der Anwendung findet.
        Zu Punkt 2:
        Ja, ich stimme zu, KI beeinflusst unser Denken anders. Menschen auch, jeder auf seine Weise, Zeitungen auch, die Nachrichten auch. Fachbücher auch…. usw. Alles beeinflusst uns, und alles ein bisschen anders, warum sollte Ki das nicht? und wieviel du durch Nachfragen einhegen kannst, hängt ja von deinen Fragen ab. Wieder obliegt es deiner Verantwortung.
        Bei Themen, die ich eingehend studieren will, lese ich natürlich immer wieder meine Bücher. Und danach könnte ich die Ki fragen, was der eine oder andere relevante Denker dazu sagt oder wie es in andere Konzepte passt oder nicht passt. Danke Ki, für diese prompte Orientierung, immer sachlich, ohne eigene verborgene Motive, ohne Manipulation, einfach nur sachliche Darlegung. Ich finde das sehr bereichernd.
        Ein Buch ist viel häufiger tendenziös. Ich werde genau diese Teile für mich herausziehen, die in mir resonieren. Die anderen Teile “übersehe” ich ganz unbewusst, obwohl sie vielleicht die relevanten sind. Soll ich das Buch dafür verantwortlich machen? Soll ich den Autor dafür verantwortlich machen, wenn mir seine unterschwelligen Beeinflussungen nicht auffallen?
        ich will eines klar sagen: Es kommt doch immer auf mich selber an. Immer wieder bin nur ich verantwortlich. Egal mit welchem Medium oder mit welchen Menschen ich umgehe. ALLES ist gefährlich! WAS? Nee! Alles ist nur, was es ist. Die Objekte sind nur Objekte. Die Subjekte, ich und du, wir können gefährlich sein, wir können alles missbrauchen. Soll ich ganz subjektiv Bedenken gegen die Objekte haben? Das genau ist der Vorgang, in dem die Subjekte ihre Verantwortung abwälzen auf die Objekte.
        Was war mit den 2 Atombomben der Amerikaner? Sind die Bomben “böse” oder der, der den Knopf drückt? Und jetzt haben viele die größten Bedenken gegen die Ki. Viele verteufeln sie und lehnen sie rundweg ab. Mir kommt kein Hammer ins Haus! Hier frage ich: Welche Bewusstseinsstufe ist das denn??? Ist Ki gefährlich, oder der, der sie missbraucht? Ich wünsche mir, dass sich unser Blick endlich mal wendet, in die Richtung, auf die es wirklich ankommt: auf den User!. Du und ich… Die Objekte sind unschuldig.
        Ich benutze sie verantwortungsbewusst und so wird sie mir zum Segen. Und ich sehe auch eine Verantwortung dem Du gegenüber, indem ich nützlichen und verantwortungsvollen Gebrauch erkläre.
        Da Stufnwoife

  8. Karin Kraft sagt:

    Lieber Detlev, bitte sag’mir den Sinn, die KI zu fragen, welche Fragen Du zu einem philosophischen Thema haben könntest. Und welchen Sinn eine Diskussion am philosophischen Stammtisch hat, wenn alle sich über KI schon durch Gespräche mit ihr in den Stand der möglichen Lösungen und Ergebnisse gebracht hat.

      1. Monica Lieschke sagt:

        Sand ins Stammtisch-Getriebe!
        “Der Stammtisch hat das Fragen verlernt.
        Der Stammtisch hat das Zuhören verlernt.” 
        Das erlebe ich überwiegend auch so. Und erkläre es mir schlicht: 
        Fragen klingt doofer als eigene gescheite Antworten/Meinungen zu teilen. Aber:
        Mir selbst Sand ins Getriebe streuen? Warum sollte ich? Klingt nach Selbstsabotage und irgendwie ungesund? Meinst Du (Frage!):  Raus aus der Komfortzone der eigenen zur Verkrustung neigenden Überzeugungen und Meinungen?
        Die kennen wir alle, hören uns und anderen – manchmal zugegeben auch etwas gelangweilt – dabei zu, auch mal am Stammtisch.
        Was dagegen helfen kann:  Kein Kopfschütteln, kein Kopf nicken, sondern erst Fragezeichen auf der Stirn (und dann schnell sein, bevor andere schon wieder einen anderen Aspekt aufwerfen … das ist bei Tempo, fehlender Moderation, Rednerliste und Eieruhr manchmal echt ein Problem) Dann:  Fragen stellen, zuweilen durchaus auch KI-gestützt, why not? Das Hirn braucht Futter, Food for Thought. Und ich meine kein Studentenfutter. Das auch. Es bilden sich neue Synapsen und Denkwege. Ein (ökologisch unbedenkliches) Abenteuer. (KI ist leider ein absoluter Energiefresser)

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