Wozu brauchen wir Nostalgie?

Wenn einem die Realität
so richtig aufs Gemüt
geht (und man kein
Fleischerhund ist),
dann gibt’s nur eins,
ein kräftiger Schluck aus
der Nostalgie-Pulle.
Zurück zur Musik,
als die noch eine war,
zur ersten Liebe,
die noch glimmt,
zum unvergesslichen
Erfolg der breiten Brust.
„Wenn wir nostalgisch
sind, erscheint
uns das Leben sinnvoll.“
Sagt der Nostalgie-Forscher
und Psychologe
Tim Wildschut.
Nostalgie hat seinen
Ergebnissen nach
großes therapeutisches
Potential.
Nostalgische Erinnerungen
bringen sogar Menschen
zusammen, die sonst
eher nichts miteinander
zu tun haben.
Heute Abend höre ich
mir Jeff Beck an
(Friede deiner Seele,
du Gitarrengott),
dessen Gitarrenspiel
ich nicht einmal
erreicht hätte, wenn
alle seine Finger
amputiert gewesen
wären und mir doppelt
so viele Finger gewachsen.

3 Gedanken zu “Wozu brauchen wir Nostalgie?

  1. Peter Deller sagt:

    Nix is, a Scheiss is, eure Nostalgie: Das ist vielleicht etwas für sentimentale Realitätsflüchter, denn was war den wirklich schöner früher? Der Cappuccino der 80iger Jahre? Eine unsaufbare Plörre mit PU Schaumartiger Sprühsane und Kakaostreusel. Eine Beleidigung für jeden Kaffeeliebhaber. Die Frauen hatten behaarte Achseln und Schlimmeres. Aber am schlimmsten an dieser fucking Nostalgie finde ich ihre feige Undefinierbarkeit, die politisch zur Zeit so dermaßen instrumentalisiert wird. Denn was konkret war den bitte besser, nennt Ross und Reiter, verdammt nochmal.
    Nein, nein, ein Hoch auf die Gegenwart, die lobe ich mir, die ist unkitschig und echt. Politik ist darin zwar schwierig und anstrengend, aber das ist sie ihrem Wesen nach halt auch. Nicht schwarz/ weiß.

  2. schulz, katja sagt:

    lieber detlev, habe mich im märz mit einem glenn miller-konzert in der frankf alten oper therapiert, es war grandios! lg katja in frankfurt

  3. Karlheinz Raum sagt:

    Ich kenne zwar den Tim nicht, aber ich teile seine Ansicht. Nostalgie ist für mich wie ein Genussmittel. Oder “Betthupferl” für ein langes und glückliches Leben.
    Für Landwirte: ähnlich dem Wiederkauen der Rinder.

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