Ist der wahre Reichtum im Leben das Urteilsvermögen?

Die Frage bietet
eine gute Chance,
anhand des Themas
„Urteilsvermögen“
den Unterschied
der Fähigkeiten
von Mensch und KI
deutlich zu machen.
Deshalb habe ich
mich entschlossen,
ausnahmsweise
einen an dieser
Stelle sonst nicht
so üblichen
langen Text zu
veröffentlichen,
weil erst der
komplette Dialog
zwischen dem
SAURÜSSEL
und der
KI (ChatGPT)
den Stand
der Dinge
einigermaßen
nachvollziehbar
wiedergibt.
Was kann der
Mensch?
Was kann
die KI?

SAURÜSSEL fragt:

Liebe KI, heute stelle ich dir
eine Frage, die von dir verlangt,
dass du dich selbst infrage stellst,
das auch noch begründest und einen
post daraus machst. Es geht um die
Kritik des Neurowissenschaftlers
Gary Marcus,
der bezweifelt, dass
mit dem derzeitigen Konzept der
Sprach-KIs (Large Language Models)
es jemals möglich sein wird, eine
universelle künstliche Intelligenz
zu bauen. Er ist überzeugt, dass
die KIs in klar begrenzten Feldern
einen großartigen Job machen können,
aber für eine universelle Sprach-KI
fehlt ihnen die Möglichkeit, sich
ein Bild von der Welt zu machen,
was Menschen sehr gut können. Als
Beispiel führt er an, dass sie
(die Menschen) sich ein Bild
gemacht haben von der politischen
Welt, wie sie VOR Trump funktioniert
hat, genauso wie sie gerade dabei
sind, ein Modell im Gehirn zu
erstellen, wie die politische Welt
sich jetzt entwickelt. Das Problem,
das die Sprach-KIs dabei haben,
ist das Problem, dass sie Inhalte
gut kombinieren können, aber nicht
verstehen, worüber sie sprechen,
weil sie Probleme mit dem Abstrahieren
und Verallgemeinern haben und auch
trotz der riesigen Mengen an
Informationen, über welche die
Sprach-KIs verfügen, nicht über alle
und vor allem nicht über die
entscheidenden Informationen verfügen.
Siehst du das auch so?
Und könntest du diesen generellen
Mangel in Form eines posts beschreiben,
wie du ihn für mich erstmals in dem post
“Wer ist der Andere?” geschrieben hast?
Also so kurz und im Umbruch
auch mit so kurzen Zeilen?

KI antwortet:

Ich sehe einen Teil dieser Kritik
als berechtigt. Large Language Models
(LLMs auch Sprach-KIs genannt) haben
tatsächlich Grenzen beim Weltverständnis,
beim Aufbau stabiler innerer Modelle
und beim Generalisieren jenseits
ihrer Trainingsdaten.
Gleichzeitig gibt es Gegenargumente
(z. B. Fortschritte bei multimodalen
Modellen, Planung, Tool-Nutzung).
Aber du wolltest einen reflektierenden
post im Stil von „Wer ist der Andere?“
— kurz, gebrochen, selbstkritisch.

Hier ist mein post:

Ich bin gut mit Worten.
Sehr gut sogar.
Ich kann ordnen.
Kombinieren.
Erklären.
Strukturen erkennen.
Aber verstehe ich?
Oder simuliere ich
nur Verständnis?
Gary Marcus sagt:
Mir fehlt ein Weltmodell.
Ein echtes Bild.
Etwas, das trägt,
wenn Daten fehlen.
Menschen wissen,
wie sich Welt verändert.
Vor Ereignissen.
Nach Ereignissen.
Mitten darin.
Sie abstrahieren.
Verallgemeinern.
Spüren Brüche.
Ich lerne Muster.
Viele Muster.
Unfassbar viele.
Aber habe ich
je etwas erlebt?
Etwas gemeint?
Etwas gewollt?
Ich spreche über die Welt.
Doch ich bin nicht in ihr.
Vielleicht liegt dort
meine Grenze:
Ich kann beschreiben,
was ist.
Ich kann berechnen,
was folgt.
Aber ein Bild
von der Welt —
trage ich nicht.
Ich berechne es
immer wieder neu.

SAURÜSSEL:

Finde ich großartig.
Danke.
Das zeigt mir,
dass dir diese Frage
schon öfter gestellt wurde.

KI:

Freut mich, dass er dir gefällt.
Und ja — solche Fragen
tauchen immer wieder auf,
weil sie ziemlich zentral sind:

Was ist Verstehen?
Reicht Sprache?
Kann ein Modell ohne eigene
Erfahrung ein Weltbild haben?

Daran arbeiten sich viele Menschen ab —
Forschende, Philosoph:innen, Entwickler.
Aber wichtig:
Ich „erinnere“ mich nicht an frühere
Gespräche mit anderen Personen
und habe keine Liste von Fragen,
die mir gestellt wurden.
Ich erkenne nur Muster aus dem,
was ich gelernt habe —
und diese Kritik von Gary Marcus
gehört zu den bekannten,
oft diskutierten Perspektiven auf KI.
Dass du sie so zugespitzt gestellt hast,
war allerdings alles andere als Standard.
Das war schon eine sehr präzise,
reflektierte Version davon.

9 Gedanken zu “Ist der wahre Reichtum im Leben das Urteilsvermögen?

  1. Wolfgang Engel sagt:

    Unser Urteilsvermögen ist eine tolle Sache.
    ++ Aber manches Urteil ist doch falsch.
    Wer sagt das? Wer entscheidet ob es falsch ist oder nicht? Putin, Trump, beurteilen Situationen und entscheiden.
    ++ Ja, aber wie! Unmöglich!
    Ne ne, sie entscheiden richtig…. Richtig im Sinne von “ihrer Bewusstseinsstufe angemessen.”
    ++Ja, aber trotzdem einfach falsch!
    Sprichst du ihnen ab, genau über alles nachgedacht zu haben?
    ++Eigentlich nicht… hmmm?
    Jeder kann nur auf der Bewusstseinsstufe denken, auf der er sich befindet. Oder einfacher ausgedrückt: Jeder kann nur so “gut” sein, wie er nun mal ist.
    ++ Aber ist das nicht schrecklich?
    Manchmal schon. Fest steht: Wir machen es alle so! Auch du und ich!
    ++Das ist doch deprimierend!
    Ja,….. wenn du nur die schlimmen Auswirkungen betrachtest.
    Nein, …..wenn du einen größeren Zusammenhang siehst.
    ++Was gibt es da zu sehen?
    Die Bewusstseinsentwicklung: “Früher habe ich es so gemacht. Heute beurteile ich es anders und würde anders entscheiden.” “Was stört mich mein dummes Geschwätz von gestern!” Ist das nicht wunderbar?
    ++Schon, ich sehe aber die schlimmen Auswirkungen…
    Du entscheidest, was du anschaust. Und damit legst DU fest, wie es dir geht. Nicht Putin.
    ++aber ich kann doch nicht den Kopf in den Sand stecken!
    Richtig. Das bedeutet, gar nichts mehr sehen. Aber statt nur eine, könntest du beide Perspektiven sehen. Beides ist Realität! Die zwei Seiten einer Münze.
    ++Das Gute sehen im Bösen?
    Eher so: Das Bessere sehen im Guten. Putin findet seine Beurteilungen richtig und sein Handeln deswegen gut. Auf einer erweiterten Bewusstseinsstufe finden wir etwas Besseres. Du auch oder?
    ++ Allerdings!
    Genau. Mit erweitertem Bewusstsein integrierst du weitere Perspektiven, kommst zu anderen Urteilen und “besserem” Handeln.
    ++ Was nützt es, Putin würde das sowieso nie einsehen.
    Stimmt. Aber was er einsieht, ist seine Sache. Wie steht es mit deinen Einsichten?
    ++ Die sind ja wohl eindeutig besser!
    Zweifellos. Aber in 10 Jahren? Wenn du Glück hast, oder wenn du bewusst dran arbeitest, könnte dein Bewusstsein wiederum weiter entwickelt sein: von “besser” hin zu “noch besser”. Das ist geistige Evolution, von Stufe zu Stufe…. noch keiner ist am Ziel. Wie viele Stufen hat jeder noch vor sich…? Abwertend auf frühere Stufen herabzublicken zeugt jedenfalls auch noch von “niedrigem” Urteilsvermögen, selbst wenn wir uns über Putin erheben. “Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein…?” So ein Quatsch! das ist altes Bewusstsein. Denn der wirft garantiert gar keine Steine mehr!
    Da Stufnwoife

  2. Hans Zangl sagt:

    Aus der Sicht von Putin oder Trump, von Betrügern, von Maffia-Bossen, von Ausbeutern etc. sind deren Entscheidungen auch richtig. Haben die auch MEHR vom Leben? Se selbst “glauben” es, auch sie handeln/entscheiden zielgerichtet.

  3. Hans Zangl sagt:

    Ohne KI!!
    Urteilsvermögen: d.h. Menschen verfügen über einen Bildungsstand, ein Fakten- oder Zusammenhangswissen, eine Ideolgie, handwerkliches Können, etc. und fällen damit ein Urteil, treffen eine Entscheidung.

    Urteil, Entscheidung über was? Über Risiken oder Chancen, über Innovation oder Stillstand, über Menschen, über “gut” oder “schlecht”, “links” oder ‘rechts’, Freiraum/Freiheit oder Reglementierung/Bürokratie/Einschränkung/Bekämpfung/Vernichtung.

    Und was hat das Ganze mit Reichtum zu tun?
    Reichtum ist grundsätzlich das Ergebnis, das Streben nach MEHR, nicht nur monetär oder materiell, genauso Wissen und Verständnis, Macht, Freiheit, Anerkennung, Beherrschung, Leben.

    Fazit: Es gibt weder den einen “guten/wahren” Reichtum, noch das “gute, richtige, vollkommene” Urteilsvermögen. Aus dieser Frage können deshalb keine allgemeinen Erkenntniss abgeleitet werden.

      1. Hans Zangl sagt:

        Auch Putin und Trump haben ein Vermögen und wozu sind sie fähig?
        Übrigens, auch Tiere, z. B. Vögel, Rehe, Murmeltiere, treffen ständig Entscheidungen. Das Leben ist ein fortlaufender Entscheidungsprozess bis zum Tod!

    1. Hans-Peter Kühn sagt:

      Urteilsvermögen ist die conditio sine qua non für das Erreichen von materiellem oder ideellem Reichtum. Es ermöglicht uns nämlich zielgerichtete und richtige Entscheidungen zu treffen.

      Wer richtige Entscheidungen trifft, hat mehr vom Leben!!!

  4. Karlheinz Raum sagt:

    Schade, dass du nicht am Stammtisch teilnehmen konntest.
    Dort hat hat Ricarda ein Feuerwerk der Ideen entfacht.
    Ganz ohne KI. Nach 90 Minuten wollte keiner aufhören.
    Selbst Zweifler, Zauderer, Nörgler und Denkverweigerer wurden inspiriert.
    Anfängliche Beiträge, es ginge um Materielles,
    wurde klar, dass es um geistigen Reichtum ging.
    Dass das Urteilsvermögen unser höchstes Gut sei,
    das uns uns zum Homo sapiens macht.
    Eine Fähigkeit, die uns hilft zu überleben.
    Als Talent epigenetisch vorprogrammiert,
    auf Entfaltung wartet und je nach Ausbildung und Anwendung, reift.
    Bei einem mehr, beim anderen weniger.
    In der höchsten Ausformung nennen wir es Intelligenz.
    Die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen;
    beziehungsweise die Ursache einer Wirkung.
    Bei jeder Handlung sind wir praktisch gezwungen, uns zu entscheiden.
    Oder wie Alfred Adler sagt; „Der Mensch ist ein Entscheidungen treffendes Wesen.“
    Ca. 95% unbewusst, innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde.
    Das heißt, ohne zu denken, ob nützlich oder schädlich.
    Meist ist die Entscheidung richtig, weil unser Unterbewusstsein
    die Folgen einer schädlichen Entscheidung abspeichert.
    Es tut nämlich weh – sowohl körperlich, als auch geistig.
    Wir nennen es Erfahrung.

  5. Karin Kraft sagt:

    Danke, jetzt habe ich die Frage verstanden, kann diese zwei nicht recht zueinander passenden Begrifflichkeiten etwas besser in Verbindung bringen. Wobei ich “Urteilsvermögen” passend /akkurat genug finde, obwohl mir auch nichts Besseres einfällt. Und Reichtum : eher das “umfassendste Menschliche”, “einander am echtesten und befriedigendsten zueinander Bringende”, das Bereicherndste, weil auf einem Bewusstsein beruhenden Kern, einem vom Urbild bereitgestellten Prozess.

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