Warum spielt der Mensch?

Weil er frei sein will?
Oder weil er üben muss, was das Leben verlangt?

Spielt er, um Regeln zu lernen?
Oder um sie gefahrlos zu brechen?

Ist das Spiel Flucht vor dem Ernst?
Oder seine heimliche Vorbereitung?

Spielt das Kind, um zu werden?
Spielt der Erwachsene, um nicht zu vergessen?

Ist Spielen zwecklos?
Oder der Ursprung aller Zwecke?

Wo endet das Spiel?
Und wo beginnt das Leben?

4 Gedanken zu “Warum spielt der Mensch?

  1. Wolfgang Engel sagt:

    Spielen ist kein „Kinderkram“, sondern ein ziemlich präziser Seismograf für Bewusstsein.
    Wie wären die Antworten auf den 8 Bewusstseinsstufen nach Ken Wilber?

    1. Archaisch – Überleben / Körper
    Antwort: Weil Bewegung und Lust am Tun Leben sichern.
    Spielen ist hier kein Spiel im heutigen Sinn, sondern körperliches Erkunden: Greifen, Laufen, Jagen, Raufen.
    Funktion: Motorische Reifung, neuronale Vernetzung, Überlebenskompetenz.

    2. Magisch – Ich im Mittelpunkt
    Antwort: Weil ich dadurch Einfluss habe und die Welt mir antwortet.
    Spielen heißt: „Wenn ich das tue, passiert das.“
    Rituale, Rollenspiele, Glücksspiele, Wiederholungen.
    Psychologisch: Aufbau von Kontrolle gegen Ohnmacht.
    Schulz von Thun: Beziehungsebene wichtiger als Sachebene.

    3. Mythisch – Ordnung & Regeln
    Antwort: Weil Spiel Regeln hat und mich in eine größere Ordnung einbindet.
    Brettspiele, Mannschaftssport, klare Rollen.
    Gut vs. Böse, Sieger vs. Verlierer.
    Psychologisch: Zugehörigkeit, Identität, moralisches Lernen.

    4. Rational – Leistung & Wettbewerb
    Antwort: Weil Spiel Fähigkeiten trainiert, misst und optimiert.
    Strategie, Training, Vergleich, Statistik.
    Sport als Leistungsnachweis, Spiel als Simulation von Realität.
    Psychologisch: Selbstwert über Kompetenz.

    5. Pluralistisch – Beziehung & Ausdruck
    Antwort: Weil Spielen verbindet, kreativ macht und Vielfalt feiert.
    Kooperative Spiele, Improvisation, freies Rollenspiel, Theater.
    Wichtig: Niemand wird ausgeschlossen.
    Psychologisch: Resonanz, Empathie, Selbstausdruck.

    6. Integral – Entwicklung & Perspektiven
    Antwort: Weil Spiel alle Ebenen des Menschseins integriert.
    Spiel als Lernraum: Körper, Gefühl, Denken, Beziehung, Kultur.
    Spielen entwickelt Bewusstsein.
    Psychologisch (Pesso): Spiel als korrigierende Erfahrung.
    Wilber: Spiel verbindet Quadranten und Ebenen.

    7. Transpersonal – Fluss & Hingabe
    Antwort: Weil im Spiel das Ich durchsichtig wird.
    Flow, Meditation in Bewegung, Musik, Tanz.
    Spiel geschieht – niemand „spielt“.
    Psychologisch (Schnarch): Differenziertheit ohne Abgrenzung.
    Wilber: Nähe zum Zeugenbewusstsein.

    8. Nondual – Ausdruck des Seins
    Antwort: Weil das Leben sich selbst spielt.
    Kein Zweck. Kein Spieler. Kein Ziel.
    Spiel als spontane Emanation des So-Seins.
    Hier kippt jede Warum-Frage.
    Kant verstummt, Aristoteles lächelt, Byron Katie fragt:
    „Ist das wahr, dass es einen Grund braucht?“

    Eine sokratische Rückfrage:
    Woran merkst du in deinem eigenen Leben, auf welcher Bewusstseinsstufe dein Spielen gerade stattfindet?
    > Spielt dein Ego – oder spielt das Leben durch dich?

    Und eine kleine Provokation zum Schluss:
    Vielleicht ist *Nicht-Spielen-Können* eines der zuverlässigsten Zeichen von Verengung des Bewusstseins.
    (Antwort mit Ki Unterstützung)

    Frohe Weihnachten und einen schönen Spieleabend,
    Liebe Grüße
    Stufen-Woife

  2. Karlheinz Raum sagt:

    Eigentlich ist die Frage falsch, denn der Mensch wird als Lebewesen beschrieben. Nicht als Spielwesen. Er kann aber auch spielen. Ob es das seinem Verstand zu verdanken hat, ist fraglich, denn damit erkennt er, dass er auch verlieren kann. Scheinbar braucht er das Spiel zum Lernen. So lernt er spielerisch, dass zum Leben Regeln gehören. Wenn er die befolgt, wird er glücklich, zufrieden und gerecht. Wenn nicht, spielt er mit seinem Leben.

  3. Hans Zangl sagt:

    Das Leben ist ein Spiel, von Anfang bis zum Ende. Alles was man beginnt ist ein Spiel mit offenem Ende, man kennt das Ergebnis noch nicht, man hat keine 100% Sicherheit ein genau definiertes Ziel zu erreichen. Leben ist permanente Bewegung mit offenem Ausgang zu jedem Zeitpunkt, ein Prozess mit vielen Variablen, deren kombinierte Wirkung man (noch) nicht kennt.

    Unser Dasein kann man deshalb auch als das Spiel des Lebens bezeichnen. Wir probieren aus und dabei gibt es “unterwegs” individuell immer “Gewinne und Verluste” und zwischenmenschlich Gewinner und Verlierer!

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