Was ist eine sterile und was eine infektiöse Definition?

Bewusstsein ist
die Wahrnehmung
der eigenen Existenz.
Könnte diese
Definition
Hannah Arendt
zu ihrem „Denken
ohne Geländer“
angeregt haben?
Womit sie eine
radikale Erweiterung
des Bewusstseins
anstrebte?
Ganz bestimmt nicht.
Hannah Arendt
hat es mit einer
tollkühnen Mischung
aus Phänomenologie,
Mystik, psychoaktiver
Hirn-Neuordnung und
Tabula-Rasa-Denken
geschafft, ihr
Vorhaben zu
definieren und in
Gang zu setzen.
Hat sich von
einer infektiösen
Definition
anstecken lassen,
die Bilder,
Erkenntnisse
und Theorien
von vielen
schöpferischen
Geistern in
einer fruchtbaren
Melange vereinigt.
Merke:
Manchmal ist
infektiös
besser als
steril.

7 Gedanken zu “Was ist eine sterile und was eine infektiöse Definition?

  1. Hans Zangl sagt:

    Lieber Detlev,
    ein sehr interessanter Vergleich, eine Frage zum Nachdenken über das Leben.

    Steril kann man auch vergleichen mit leblos, da gibt es keine Bewegung, keine Dynamik mit daraus resultierenden Veränderungen. Eine sterile Definition bezieht sich ausschließlich auf objektive Fakten und relevante Merkmale des zu beschreibenden Begriffs. So etwas beschreibt nicht das Leben mit Bewegung und Veränderung.

    Infektiös dagegen ist Leben, ist Bewegung und Veränderung wie z.B. der Abwehrkampf des Körpers gegen eindringende Krankheitserreger. Setzen die sich durch, wird sich der Körper verändern, was der Evolutionsprozess eindruckvoll bewiesen hat.
    Wesentlich interessanter und wirkungsvoller ist für uns Menschen aber die geistige Infektion. Von Außen an uns herangetragene Informationen, Gedanken, Emotionen, Verhaltensrituale, Ideologien beeinflussen unser Verhalten extrem. Dies kann sich auswirken in einem bedingungslosen “Abwehrkampf”, es wird nichts Neues zugelassen. Hier sind wir sehr nahe an der Sterilität!

    Eine geistige Infektion kann aber auch ein Impuls und Anreiz, eine Motivation erzeugen, etwas Neues anzupacken, etwas auszuprobieren, Chancen für eine Fortentwicklung zu sehen und dabei auch Risiken in Kauf zu nehmen. Das ist die Infektion für Innovation, für das Leben von morgen, das Leben unserer Kinder.

    Und dann gibt es noch eine ditte Art von geistiger Infektion, das bewußte Beeinflussen des Verhaltens von Menschen. Dies reicht von den Religionsorganisationen mit ihren Glaubensmissionierungen über die politischen Parteien mit ihren Ideologiemissionierungen zu den Unternehmen mit ihren Produktmissionierungen bis hin zu NGO´s mit ihren Aktionsmissionierungen. Mit dem Internet und der KI wird die geistige Infektion noch einmal extrem intensiviert und verschärft, in jüngerer Zeit besonders auch durch fake news.

    Fazit: Nur durch infektionöse Prozesse funktioniert unser Lebensprozess, nicht immer so wie wir es wollen, aber er funktioniert.

  2. Karin Kraft sagt:

    Lieber Detlev, dein Kommentar führt in Versuchung, ihn zu interpretieren, zu übersetzen, ihn als Rätsel lösen zu wollen. Ich nehme ihn als Diskussionsgrundlage. Im medizinischen Bereich bedeutet Sterilität Keimfreiheit, da soll nichts Neues, Fremdes entstehen, kein Raum sein, etwas zu erschaffen. Die Bemühung ist, diesen Zustand permanent zu erhalten indem alles, was von außen kommt unschädlich gemacht wird. Ähnliches geschieht oft zum selben Zweck in der philosophischen Diskussion. In sich geschlossene Denksysteme und Gedankengebäude werden bewahrt vor äußeren Einflüssen, selbst “Werkzeuge” wie das geländerlose Denken können wiederum zu geschlossenen Systemen werden je nachdem, wie man sie diskutiert. Es kann eine Frage von Induktion und Deduktion sein. In sich geschlossene (Denk-) Systeme sind eher induktiv, heißt, das Spezielle, Einzelne wird ins Allgemeine, in eine Theorie, ein in sich geschlossenes System überführt und eingeordnet, angepasst. Im Grunde also nur noch als kleiner Bestandteil des Systems geführt, steril gemacht.
    Dies also meine Gedanken dazu, zur Diskussion gedacht. Stufen einmal anders, als Bestandteil eines Treppenhaus von Gedankenwohnungen.

  3. johannes jüngling sagt:

    Hallo Detlev,
    erst einmal sämtliche Wünsche der Saison.

    Ich war länger nicht mehr dabei, wo trefft Ihr Euch und Wann?
    MFG Johannes Jüngling
    PS: Wer sagt denn, dass ich über das nachdenken will, wo ich bin?
    Dann kann ein Geländer praktisch sein, weil man schneller an den Ausgangsort kommt (und wie beim Fernwandern nicht ständig auf die Karte/Navi schauen muss) (.-))

    1. Detlev Six sagt:

      Hallo Johannes,
      schön, dass du wieder bei den Saurüsseln mitmachen willst. Wir treffen uns jeden Mittwoch, um dann zwischen 19 Uhr 30 und 21 Uhr ein vorher (per email von Hans Fritz oder auf der Saurüssel-Website ) angekündigtes Thema zu diskutieren. Aber das kennst du ja bereits. Treffpunkt: Kurfer Hof in Kurf. Das ist ein Ortsteil von Bad Endorf beim Kurzentrum gelegen.
      Willkommensgruß
      Detlev

  4. Karlheinz Raum sagt:

    Menschen brauchen ein Geländer, im Sinne von Halt, Hoffnung und Orientierung.
    Das kann die Gemeinschaft sein, Freunde, Ehepartner, Beruf, Religion.
    Jedenfalls ein geregelter Zustand. Ohne sie, oder durch Ersatzgeländer,
    besteht Gefahr der Haltlosigkeit, wie bei Alkohol, Drogen, Reichtum,
    sowie alle Formen von -ismen.
    Das Geländer mag zwar steril sein, aber der Ersatz ist infektiös.

Schreibe einen Kommentar zu johannes jüngling Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.