Es gibt zwei WIR.
Den WIR-Anschein.
Das WIR-Gefühl.
Sehr gut am Beispiel
Deutschlands zu
sehen und zu fühlen.
Wer sich die Menschen
in West und Ost
anschaut, sieht
sehr viel Ähnliches.
Hier und dort
viele weiße Menschen
mit ein paar
farbigen Sprenkeln
dazwischen,
dieselben Bräuche,
dieselben Bäuche.
Ein WIR, das sehr
WIR-ig daherkommt.
Ein Land.
Eine Bevölkerung.
Ein WIR.
Wer unter die
Oberfläche schaut,
sieht aber jede Menge
Unterschiede zwischen
West und Ost.
Jede Menge Brüche.
Die sich nicht lapidar
mit Simpel-Erklärungen
(wie „die Abgehängten“)
beschreiben lassen,
sondern sich erst
bei genauer Betrachtung
vieler Einzel-Aspekte
der Sozialstruktur,
der Demografie,
der Kultur erschließen.
Dann zeigt sich:
Unter dem WIR-Anschein
stimmt etwas nicht.
Darunter mag es
je ein WIR-Gefühl
der Westdeutschen und
ein WIR-Gefühl der
Ostdeutschen geben.
Ein WIR-Gefühl aller
Deutschen gibt es
ganz gewiss nicht.
Der WIR-Anschein
ist trügerisch,
was zählt, ist
das WIR-Gefühl.
Das zu fördern
und zu erhalten,
ist die größte
WIR-Leistung.
Das sollten
wir nicht
den falschen
Versprechungen
der extremen
Rechten überlassen,
das zu einem
WIR-Gefühl führt,
dem wir schon einmal
aufgesessen sind.