Braucht es Streitkultur?

Wann haben wir Deutsche
das Streiten verlernt?
Unter Hitler?
Oder leiden wir an
einem Gendefekt,
wie es sich bei
der Lektüre des
Romans „Der Untertan“
von Heinrich Mann
aufdrängt?
Das Streiten hat
zwei Seiten.
Die eine ist
die Kunst des Streitens,
die andere
die Bereitschaft dazu.
Was die Kunst betrifft,
da lässt sich am
Schreibtisch locker
ein Regelbüchlein
über faires Streiten
erstellen.
Wunderbare Bedingungen.
Die das Leben
nicht bietet.
Der faire Streit
entgleist
dort schnell unter
Wut, Zorn
und Rachegeist.
Warum schreibt
man den Engländern
Fairness zu?
Sie haben
Debattenclubs,
eine starke
Bewegung, die
das Streiten übt.
Dort lernen
die Teilnehmer
offensichtlich auch,
ihre Emotionen
zu zügeln.
Was zum Teufel
ist dann derzeit
in die Engländer
gefahren?
Ist das noch fair,
was dort abgeht?
Nun, der Streit
ist der Motor der
menschlichen und
gesellschaftlichen
Entwicklung.
Wenn die Engländer
im Moment
gerade ihre
sprichwörtliche
Fairness
vermissen lassen
und der Streit
auf der Insel
eskaliert, dann
heißt das nur.
Die nächste Stufe
der Entwicklung
steht bevor.

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