Haben oder Sein, was ist hier die Frage?

Mein Haus!
Mein Auto!
Meine Frau!
Meine Frau?
Mein ist ein
besitzanzeigendes
Fürwort und
drückt aus,
(zu) wem eine
Person oder
eine Sache gehört.
Natürlich
gehört niemand
die Frau
oder der Mann.
Aber Sprache ist
verräterisch
und sie verführt
dazu, Tatsachen
zu schaffen,
die keine
Tatsachen sind.
Die Existenzweise
des Habens als
gesellschaftliches
Leitprinzip
ist so
allgegenwärtig,
dass darin
sogar Lebewesen
verdinglicht und
zu Besitz werden.
Eigentlich
bräuchten
wir beides
ausgewogen,
Haben und Sein,
um Habsucht
und Habgier
entgegenzuwirken.
Aber Haben ist
so viel einfacher
zu begreifen
(im wahrsten
Sinne des Wortes)
als das Sein.
Es lässt sich
messen und
anfassen,
ein großer
Besitzstand
erringt
leichter
Anerkennung
als ein
großer Gedanke.
Was sagt die
Seins-Philosophie
dazu, die
Erfinderin
des Seins?
Seit
Jahrtausenden
träumt sie
von einem
universalen und
überzeitlichem
Menschenbild,
dem reinen Sein
gewidmet, und
staubt dabei
fern vom Leben,
im metaphysischen
Hinterstübchen,
still vor sich hin.

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