Leben wir in Würde?

Alle Menschen sind frei und gleich
an Würde und Rechten geboren.
Sie sind mit Vernunft und
Gewissen begabt und sollen
einander im Geiste der
Brüderlichkeit begegnen
(Artikel 1 der Menschenrechte).
Der Mensch ist immer gewaltbereit,
um dem anderen zuvorzukommen.
Nur Gesetze, Maßregelungen
und Strafen können ein
Zusammenleben gewährleisten
(Thomas Hobbes, Staatsphilosoph).
Hobbes hält den
Menschen für ein Raubtier.
Ich glaube an Hobbes.
Auf ein fröhliches Reißen 2019.

 

17 Gedanken zu “Leben wir in Würde?

    1. Detlev Six says:

      Na klar, Raubtiere haben keine Fernwaffen, keine künstliche Intelligenz, nur einen begrenzten Willen zu töten. Aber sie haben eine natürliche Würde, der Mensch noch nicht einmal eine künstliche.

       
  1. Hans-Peter Kühn says:

    Menschenrechte erfreuen sich grosser Beliebtheit.

    Sie gelten universell, keiner hält sie ein und sie werden nicht eingeklagt.

    Deswegen sind sie sehr populär.

    Willkommen im Dschungel!!!

     
    1. Detlev Six says:

      Wir können Regeln erschaffen, so viele wir wollen. Solange die großen Raubtiere, wie die USA und China sich weigern, einer internationalen Gerichtsbarkeit zu unterwerfen, so lange bleibt immer eine Tür des Raubtierkäfigs offen.

       
  2. Augustinus says:

    Die beste Würde für den Menschen ist seine eigene. Die Würde wird ihm vom Staat (Bürokratie) durch fragwürdige Verordnungen geraubte. Z.B. Die neueste EU Verordnung. Ab 1. Januar 2019 dürfen Männer nur noch im sitzen bieseln.

     
    1. Detlev Six says:

      Die großen Raubtiere kennen die kleinen Raubtiere – sie können nicht anders handeln. Dabei geht es gar nicht um ein spezielles Gesetz, einzig und allein um eine größtmögliche Regelungsdichte.

       
  3. Hans Zangl says:

    Leben wir in Würde? – auf ein fröhliches Reißen in 2019 – was für ein Zynismus!

    Ein Raubtier ist im Allgemeinen ein Tier, das andere Tiere tötet, um sich von ihnen zu ernähren. Auch der Mensch zählt zur Gattung der Tiere. Ein Löwe tötet ein Tier durchaus in und mit Würde und zwar nur, weil er und seine Jungen selbst überleben wollen/müssen. Er macht dies schnell, um beim Beutetier wenig Schmerz zu verursachen und ist dabei weder fröhlich, rachsüchtig oder sonst wie negativ gegenüber dem Beutetier oder sich selbst gestimmt. Hat er keinen Hunger tötet er nicht, “singt keine Schmähgesänge auf die Beutetiere, macht keine üblen Nachreden oder Beleidigungen, gönnt ihnen Ihr Fressen, ihren vollen Bauch und Lebensfreude, vertreibt und erniedrigt sie nicht”. Er lebt in Würde!

     
    1. Detlev Six says:

      Sehr viel Sinn für Humor hast du nicht gerade – im Gegensatz zu den Kynikern, allen voran Diogenes, der sich sehr humorvoll mit der Aufgeblasenheit seiner Mitmenschen auseinandersetzte und dabei auch nicht vor Platon und Alexander zurückschreckte. Was du ansonsten über das tierische Raubtier schreibst, kann ich nur voll unterstreichen (in der Antwort auf Gert Maehnicke habe ich die natürliche Würde des Raubtiers im Gegensatz zur künstlichen Würde des Menschen ausdrücklich betont). Dann allerdings fehlt mir das Verständnis für deine Ausführungen. Die Raubtier-Metapher von Hobbes (homo homini lupus)ist eine Metapher. Und wie alle Metaphern ein wenig schief, weil zum ursprünglichen Bild, des tierischen Raubtiers, das menschliche Raubtier dazu kommt. Mit dem menschlichen Raubtier tritt etwas ganz entscheidendes ins Bild: das Bewusstsein. Das menschliche Raubtier ist sich seiner Taten bewusst, es kann absichtlich “gut” oder “böse” handeln, ganz so, wie es seine Ziele meint zu erreichen. Oder so reagieren, wie ein tierisches Raubtier nie reagieren würde (du hast es beschrieben). Erst die Mischung Raubtier-Eigenschaft mit Bewusstseins-Eigenschaft schafft die tödliche Mischung, welche die Menschheitsgeschichte nicht unerheblich belastet und schon im Vorfeld die Aufgeblasenheit, die Diogenes lächerlich machen will, belegt. So wie ich die Begegnung nordamerikanischer Präsident und nordkoreanischer Führer erlebt habe, war von Würde keine Spur zu sehen.

       
      1. Hans Zangl says:

        „Die Kyniker haben wenig philoso­phische Ausbildung und zu einem System, zu einer Wissenschaft haben sie es nicht gebracht“, meinte Hegel, und auch Habermas schlug in dieselbe Kerbe: „Der Kyniker steigt aus der Kommunikationsgemeinschaft der Vernünftigen aus, indem er die sprachliche Verständigung mit den primitiven Mitteln analogischer Ausdrucks­formen fort­setzt“.
        Das sind nicht meine Worte, sie zeigen aber, dass man über Kyniker, was immer das auch ist, auch anders denken kann.

        Eigene Aussagen, Meinungen, Bewertungen über gesellschaftlich/philosophische Fragen mit “irgendwelchen isolierten Aussagen von/über Personen der älteren oder jüngeren Vergangenheit” zu belegen ist nicht mein Anspruch. Meine Aussagen entspringen meiner Gedankenwelt, meinem Bewußsein und damit auch meiner Würde.

        Ich repektiere die Aussagen Anderer, setze mich bei anderer Auffasung aber z.T. hart und kritisch mit diesen Aussagen auseinander, versuche jedoch die Würde der anderen Person nicht zu verletzen.

         
        1. Detlev Six says:

          Alleine das Zitieren von Hegel und Habermas widerspricht schon deinen Ansprüchen:
          “Eigene Aussagen, Meinungen, Bewertungen über gesellschaftlich/philosophische Fragen mit irgendwelchen isolierten Aussagen von/über Personen der älteren oder jüngeren Vergangenheit zu belegen ist nicht mein Anspruch. Meine Aussagen entspringen meiner Gedankenwelt, meinem Bewusstsein und damit auch meiner Würde.”
          Auch müsstest du dann wissenschaftliche Arbeiten, die zum großen Teil auf fremde Gedanken in Form von Zitaten beruhen, komplett ablehnen.
          Ich weiß, dass du dein Weltbild stark auf das Evolutionsschema aufbaust, es sieht dann so aus, als könntest du weitgehend alleine daraus deine eigenen Aussagen generieren, ohne mit “irgendwelchen isolierten Aussagen (was ist das?) von/über Personen der älteren und jüngeren Vergangenheit zu belegen”.
          Nun, ob du sie erwähnst oder nicht, eine “ältere Person”, Darwin, ist sicherlich ein Beleg deines Deduktionsschemas. Und bist du sicher, das “jüngere Personen” wie Dawkins, Wilson, Axelrod nicht Eingang in dein Gedankengut genommen haben?
          Falls du mit isoliert meine Gegenüberstellung des Textes des Artikels der Menschenrechte (These) zum Text von Thomas Hobbes (Anti-These) meinst, auch das ist in manchen Kreisen eine anerkannte Methode: man nennt sie Dialektik.

           
          1. Hans Zangl says:

            Aber, aber: wir wollen doch über Themen und gesellschaftliche Fragestellungen philosophieren, wir wollen doch nicht persönlich werden oder?

            Es geht doch immer noch um das Thema “Würde”, folgendes habe ich hierzu von Dir gelesen:

            “So wie ich die Begegnung nordamerikanischer Präsident und nordkoreanischer Führer erlebt habe, war von Würde keine Spur zu sehen.” Wie ist diese Aussage zu verstehen, wenn in einem anderen Kontext steht: “Ich selbst weiß nicht, was Würde ist.” Ist das Dialektik oder was ist das?

             
  4. Ralph P. Crimmann says:

    Ein starker Glaube. Der Mensch ist vielleicht das Raubtier, das sich im Käfig selbst annagt ( Nietzsche). Andererseits: Rousseaus “Emile” wurde in Paris verbrannt und das Buch auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. Er war der Meinung, dass der Mensch so schlecht nicht ist.

     
    1. Detlev Six says:

      Emile kenne ich nicht und von Rousseau weiß ich nur, was nicht stimmt. Der “edle Wilde” wurde ihm wohl nur untergeschoben, ist höchsten eine praktische Zusammenfassung seiner Position. Aber nehmen wir an, der Mensch wird mit einer natürlichen Würde geboren und erst seine Erziehung raubt sie ihm – wie könnten wir das je beweisen? Es gibt keine unerzogenen Menschen (trotz Kaspar Hauser) und ob die Beobachtungen wilder Stämme auf abgelegenen Inseln uns da weiter bringen, stelle ich in Frage. So bleibt nur die “künstliche Würde” und wie künstlich die ist, zeigt schon die Wortschöpfung “Würden-Träger”. Aber egal, da die Würde sowohl im Artikel 1 der Menschenrechte wie auch im Artikel 1 unseres Grundgesetzes steht, ist sie für unser aller Zusammenleben sehr wichtig. Auch wenn wir nicht genau wissen, was die Würde ist und wie viel sie uns bringt.

       
  5. Augustinus says:

    Irgendwie verstehe ich diesen Dialog nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Raubtier mit dem Begriff Würde etwas anfangen kann.

     
    1. Detlev Six says:

      Natürlich kann ein Raubtier nichts mit Würde anfangen. Wir Menschen ordnen ihm Würde zu, wenn ein Tiger still, unbewegt, stolz (alles unsere Zuordnungen)auf der Lichtung steht und möglicherweise Ausschau nach Beute hält. Wir wissen, dass kein anderer Dschungelbewohner ihm etwas kann (was der Tiger nicht erwartet)und so denken wir, ja, das könnte Würde sein. Ich selbst weiß nicht, was Würde ist. Würde ist sicher weitaus unbestimmter als beispielsweise Gerechtigkeit oder Toleranz, möglicherweise stecken aber diese Begriffe in der Würde drin. Wie noch viele andere Konzepte des Zusammenlebens. Möglicherweise ist “Die Würde” die größte Sammelbüchse menschlicher Ideen zum Zusammenleben. Ich verstehe den Dialog als Versuch, besser zu begreifen, was Würde ist. Immerhin ist die Würde ein zentraler Begriff zweier wichtiger Regelwerke menschlichen Zusammenlebens – der Menschenrechte und unseres Grundgesetzes.

       

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.