Wann boomt die Ethik?

Ethik ist der Lehre der guten Sitten.
Die Lehre von der Moral.
Warum boomt die Ethik gerade?
Ganz einfach.
In guten Zeiten brauchen
wir keine Ethik.
Da ist genug für alle da.
In Notzeiten rücken die
Menschen automatisch zusammen.
Da hat keiner einen Sinn für Ethik.
Die Ethik boomt kurz vor Not.
Wem also dieses ganze Gerede
von Moral und Gerechtigkeit
auf den Wecker geht, der muss
nur noch ein wenig warten.
Bis wir komplett in der Scheiße stecken.

 

3 Gedanken zu “Wann boomt die Ethik?

  1. Ralph P. Crimmann says:

    Ethik kommt von Ethos = Gewohnheit. Ethik ist also immer gelebte Wirklichkeit. Eine andere Frage ist, ob es eine wissenschaftlich begründbare Ethik (Sittliches Verhalten) geben kann. Im Gegensatz zu Ludwig Wittgenstein bin ich dieser Auffassung. Denn jeder Mensch braucht Hilfe, ist der Mitmenschlichkeit bedürftig. Daraus ergibt sich ein kategorischer ethischer Imperativ.

     
  2. Karlheinz says:

    Resümé über „Migration und Ethik“ vom 15.1.2020

    diesmal ein etwas kleinerer Stammtisch, sehr lebendig, z.T. emotional und für manche eine thematische Herausforderung. Immerhin zählt im christlich/jüdischen Abendland, die Nächstenliebe zu den Grundpfeilern unserer anerzogenen Ethik. In der Praxis wurde aber die Forderung Jesu, Liebe nicht nur an uns (Nächsten) zu üben, sondern auch an den Feinden (die Anderen), nach 2000 Jahren noch nicht angenommen. In der Neuzeit ist es sogar noch differenzierter geworden. In Notzeiten rücken die, die dazu gehören, enger zusammen und bilden einen Block gegenüber den Fremden.
    Für mich war der interessanteste Aspekt des Abends, ein schleichender Werteverfall, verursacht durch einen Umbruch der Gesellschaft, der viele Väter hat. Die wichtigsten sind die im 19. Jahrhundert beginnende Industrialisierung, die im 20. Jahrhundert durch den globalen Ruf nach Freiheit, zu einer Vielzahl von Staaten geführt hat. Der vor ca 30 Jahren beginnende Digitalisierungsprozess führt zu Unsicherheit, die sich durch Angst zu erkennen gibt. 3 Epochen in 3 Generationen sind nicht zu verkraften. Das dazu erforderliche Bildungssystem hinkt hoffnungslos hinterher. Wobei wir nicht unterschätzen dürfen, dass es in vielen Ländern gerade erst angefangen hat, eine Schulpflicht einzuführen. Vorherrschende Lehrpläne sind darauf ausgerichtet, funktionierende Bürger zu erziehen, die vor allem nützlich sein müssen. Beim Vergleich mit der Tierwelt fällt mir dabei das Wort „Nutztier“ ein. Unsere Fütterung ist abhängig von den Abgaben an den Staat, so dass noch keine akute Schlachtgefahr besteht (außer bei Hirntod – Organspende).
    Die Nächstenliebe wurde von staatlichen Sozialsystemen übernommen. Normale Immigranten werden sortiert nach Flüchtlingen und Asylsuchenden und entweder abgewiesen oder einem aufwändigen Verfahren unterzogen. Gastfreundschaft gibt es nur noch unter Freunden oder unter dem Aspekt der Nützlichkeit.
    Kein Wunder, wenn sich viele Menschen noch an die alten Werte erinnern, mit denen wir erzogen wurden und sich nach den alten Zeiten sehnen, in den denen noch Recht und Ordnung herrschte (da nimmt man sogar Honecker, Hitler oder Kaiser Wilhelm in Kauf).
    liebe Grüße
    Karlheinz – der alte Querdenker.

     

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