Was hat die neue Barilla-Nudel mit der Technik des Philosophierens zu tun?

Oh, was waren sie
stolz bei Barilla,
als sie die
glattesten Nudeln
im Markt hatten.
Makellos wie das
Botox-Gesicht
einer 60-jährigen.
Nur, die Sauce
wollte nicht
mehr an der
Nudel haften.
Der Geschmack
verflüchtigte
sich schneller
als der Mund zum
Schnappen kam.
Da besannen sie
sich auf das
althergebrachte
Bronze-Verfahren,
das der Nudel
eine aufgerauhte
Oberfläche
verlieh.
Und siehe da,
die Essenz der
der Nudel
kam zurück.
Der Geschmack.
Weil die Sauce
an der Nudel blieb.
Wer neuen Geschmack
am Leben sucht,
der muss beim
Philosophieren
darüber genauso
vorgehen.
Oberflächliche
Gespräche
AufRauen.
Das geht nur mit
fragen.
fragen.
fragen.
Dann gibt es auch
etwas anderes als
Botox-Antworten.

16 Gedanken zu “Was hat die neue Barilla-Nudel mit der Technik des Philosophierens zu tun?

  1. Hans-Peter Kühn sagt:

    Ich habe mit einem Spezialisten der italienischen Küche über
    das Thema gesprochen.
    Demnach wird das Aufrauhverfahren schon seit langer Zeit von
    allen “besseren” Nudelfabrikanten erfolgreich praktiziert.
    In der Philosophie kann es sogar bis Socrates
    (keineswegs der intellektuelle brasilianische Fussballspieler)
    zurückverfolgt werden.
    Sein Erfinder wurde damals zum Schierlingsbecher verurteilt.
    Sic transit gloria mundi!!

  2. Karin Kraft sagt:

    Oh, Karlheinz, wovon, um Himmels Willen, sprichst du? Um von Ahnungslosigkeit zu sprechen, Menschen gar der Ahnungslosigkeit zu beschuldigen, muß doch erstmal definiert werden, wovon man überhaupt Ahnung haben sollte. Geht’s jetzt wieder um KI? Oder Satire? Um Nudeln?

    1. Karlheinz Raum sagt:

      Liebe Karin, ich wäre nie so respektlos, jemand als komplett ahnungslos zu bezichtichtigen.
      Leider hat man mich dessen beschuldigt, aber da ging es um den Staat im vorangegangen Artikel.
      Jetzt ist es an der Nudel (mir) hängen geblieben.

  3. Detlev Six sagt:

    Alle meine Kommentare sind im Saurüssel-Blog veröffentlicht. Jeder kann sich also selbst ein Bild machen, ob, wann und wo ich die Meinung von Karlheinz nicht respektiert habe.

  4. Karlheinz Raum sagt:

    Ich verkneife mir diesmal eine satirische Anmerkung zum Thema,
    da Satire weder in der Werbung noch Ki verwendet wird.
    Für mich ist sie Unterhaltung + Intelligenz der “komplett Ahnungslosen”.

    1. Hans Zangl sagt:

      Hallo, du Ahnungspotenzler.
      Bitte, bitte, teile mir doch deine hoch potente Ahnung zum Thema mit, damit ich das Tal der Ahnungslosigkeit verlassen kann.
      Aber bitte ohne Satire, aber mit fundiertem umfassenden Wissen und nachvollziehbarer Argumentationslogik.

      PS: Menschen, die anderen Ahnungslosigkeit vorwerfen, statt inhaltlich zu argumentieren, haben keine Ahnung von Respekt!

      1. Karlheinz Raum sagt:

        Ich gebe das mal an Detlev weiter, der leider meine Meinung nicht respektiert.
        Deine respektiere ich, auch wenn du auf Karins Beitrag, mit Widerspruch und Grundsätzen, nicht gerade philosophisch reagierst.
        Pragmatiker ersetzen Ahnung durch eigene Erfahrung.

  5. Karin Kraft sagt:

    Lieber Hans Zangl, wo würdest du den Unterschied sehen in der Verwendung von KI und dem Unterstreichen deiner Meinung, indem du Autoren aus ihren Büchern oder Artikeln zitierst? Auch da “glättest” du die Diskussion, oder? Auch das entbindet dich ja aus der vollen Verantwortung für das, was DU sagst, Nudel hin oder her.

    1. Hans Zangl sagt:

      Liebe Karin
      da muss ich dir leider widersprechen. Ich habe die Bürokratie als weiteres Anwendungsfeld des Nudelvergleichs genannt, nicht die KI oder die Literatur. Ich wollte hier auch nicht ausführlich über Bürokratie schreiben, sondern habe sie nur über einige treffende Kurzaussagen aus der Literatur kurz angerissen.
      Mein wesentlicher Inhalt zum Kernthema begann nach diesen Kurzaussagen zur Bürokratie. Dazu hast du aber leider nichts gesagt. Da habe ich auch viele Fragen gestellt!

      Übrigens: Ich habe vor einigen Monaten einen längeren grundlegenden Text zur Bürokratie geschrieben, ich – nicht die KI. Du kannst ihn gerne lesen.

  6. Hans-Peter Kühn sagt:

    Interessante Information!
    Von 6 Kommentatoren kommen 3 ohne Nudeln aus, bei den 3 anderen geht es nur mit Nudeln.
    Damit steht es 3:3 im Match der Köche gegen die Philosophen.

    Weiter so Leute!

  7. Hans Zangl sagt:

    Lieber Detlev
    Das ist ein sehr grundlegender und tiefgehender Vergleich unterschiedlicher Prozesse, die Vieles gemeinsam haben. Der Vergleich kann über das Philosophieren am Stammtisch hinaus auch auf alle Gesellschaftsprozesse ausgeweitet werden. Hervorheben möchte ich besonders die „Glättung“ unserer Staatsprozesse mit Hilfe bürokratisch/ideologischer Vereinheitlichung. Folgende Aussagen verdeutlichen das:

    • Bürokraten sind in der Lage, jede Unvollkommenheit zu perfektionieren.
    (© Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger)

    • Steht eine Verfügung zur Verfügung, kommt das Denken aus der Übung.
    (© Erhard Horst Bellermann (*1937)

    • Bürokratie ist die moderne Form von Freiheitsberaubung.
    (© Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger)

    • Darf es noch etwas mehr sein? Mehr Fürsorge und weniger Freiheit. Der Staat ist ein gefräßiges Monster geworden. Der Liberalismus hat keine Chance mehr, nicht nur in Deutschland (J. Joffe in: DIE ZEIT vom 10.04.2025)

    Haben wir (noch) die Chance und den Willen unsere Staatsprozesse im Großen wie im Kleinen „aufzurauen“? Existiert in unserer Gesellschaft noch die Freiheit und der Mut „Bestehendes“ in Frage zu stellen – aufzurauen? (natürlich auch über Fragen!). Ist nicht (zu) Vieles so stark ideologisch/bürokratisch „festgeschrieben“, dass sich keiner wagt, daran zu zweifeln? Können wir überhaupt (noch) rein fachlich/inhaltlich ohne klassifizierende Personenbewertung diskutieren und streiten?

    Und wer gibt in so einer „geglätteten“ Situation noch „ehrliche“ persönliche Meinungen als Antworten auf gestellte Fragen? Am besten die KI, denn das ist ja nicht persönlich (von mir), sondern das Ergebnis des allgemein vorhandenen/benutzten „Wissens“. Der Stammtisch hat sich ja schon auf diese Situation eingestellt und gibt zu den Themen bereits Fragen mit, damit man nicht mehr so viel nachdenken muss. Für mich ist das bereits eine klare Lenkung und Beeinflussung des Diskussionsprozesses, eine „Glättung“ des Stammtischprozesses.

  8. Monica Lieschke sagt:

    Wenn Werber auf Philosophen treffen … oder: Spaghetti, ein Klassiker mit Understatement.
    Was sind die Komponenten köstlicher Spaghetti? Außer den griffigen Nudeln genau am Punkt „al dente“ – noch mit Biss – braucht es köstliche Sauce, die haften bleibt. Kein Einheitsbrei, kein Fertiggericht.
    Eine gute Frage, die Appetit macht auf mehr, gute Zutaten, einfach aber geschmackvoll, nix Manieriertes, eine Ur-Frage, die Gripp hat wie die rauen Barilla Nudeln, die Klassiker. Denn scheinbare Imperfektion kann Gründe haben. Leute, die mehr Lust am Experimentieren haben als am Ergebnis, die einen kreativen Prozess aus der Herstellung machen, keinen Food Blog. Die anstatt „Ich mach das immer so“ lieber fragen, wie könnten wir das denn mal anders machen? Die was vom Würzen verstehen, auch wenn noch was fehlt. Die Würze kann eine Frage sein, auch mal ein Schuß Saures, ein Balsamico, ein Spritzer Zitrone, eine Knoblauchzehe, ein Hauch Basilikum, ein Tropfen Honig, ein Schluck Rotwein, ein Stück Speck … Viele Köche verderben die Spaghetti? Ja, wenn nur Meisterköche unterwegs sind, niemand ein wenig koordiniert. Man darf auch kosten, wenn man nichts beigetragen hat. Besser schweigend genießen als versalzen.
    Wer gut Spaghetti kann, kann meist auch Komplizierteres.

  9. Ekkehard sagt:

    Hallo Leute,
    Ich habe den Beitrag von Detlev als Gleichnis für moderne Denkweise und Entscheidungsprozesse aufgefasst. Hier meine Auslegung:
    Die Nudeln haben allen geschmeckt. Man konnte sie aber nicht mehr verbessern. Die Migranten haben seit Jahrhunderten uns bei der Industrialisierung, dem Wirtschaftswunder etc. geholfen. Kluge Denker haben die rauen Nudeln glatt gemacht, damit sie besser aussehen. Andere Denker haben für Migranten Gerechtigkeit eingefordert und gleichen sozialen Schutz und eine Entlohnung, die sie in ihrer Heimat nie erwarten konnten durchgesetzt. Nudeln musste man wieder aufrauen, weil der gute Geschmack nur über die dann haftende Sauce kam. Etliche Migranten lernten, dass besseres Leben auch ohne Integration möglich ist und man nur fordern muss.
    Ergebnis: Die Nudeln schmecken wieder. Aber ohne Migrantenzulauf werden wir kaum überleben können.

  10. Karlheinz Raum sagt:

    Glaubst du wirklich (bist Du so ahnungslos), dass der größte Nudelhersteller der Welt, seine Produkte erst künstlich verändern musste, damit sie schmecken? Durch dumme Fragen werden Nudeln nicht weich, sondern durch Kochen. In guten Schulen stellt der Lehrer die Fragen und Antworten sind nach 2 Minuten nicht “al dente”. Da fehlt noch Tomatensosse und Parmesan.

  11. Peter Deller sagt:

    Hallo Detlev,
    ganz schön “remote” dein Urteil über den Philosophiestammtisch. Leider beschreibt deine “Nudel-Metapher” tatsächlich in etwa den Geist des Stammtisches. Immer mehr sind wir Bildungsbürgertum, das sich sein Weltbild gegenseitig bestätigt und sich zufrieden auf die Schultern klopft, nach dem Motto: Wir wissen es ja eh.
    Wir “Philosophen” dürften aber so viel mehr. Aber wir dürfen nicht, ich bleibe bei mir und sage: Ich darf nicht. Was dürfen wir/ darf ich nicht? Beispiele: Jedesmal, wenn ich etwas von Habeck infrage stelle, lande ich in der “Dir ist unsere Umwelt wohl egal”-Ecke (ist mir nicht angenehm). Wer will das schon?
    Stelle ich nicht alles der AfD in Frage, lande ich in der schlimmsten Ecke ever.
    So lässt sich aber nicht philosophieren. Unsere Zeit ist geprägt davon, dass man nicht mehr um Inhalte streitet, sondern Lagern oder Labeln zugeordnet wird. Das ist undifferenziert und führt in seiner Konsequenz zum Scheitern von fruchtbaren Dialogen. Das ist unphilosophisch.
    Aus meiner Sicht ist unsere Zeit geprägt von dieser Art der Oberflächlichkeit, um im Bild zu bleiben, von “glatten Nudeln”.

  12. Hans-Peter Kühn sagt:

    Ich verleihe, allen Ernstes, diesem Post einen philosophischen Oscar.
    Philosophieren ohne Fragen ist wie Wein oder Bier ohne Alkohol!!!
    Fragen führen uns zu weiten Horizonten, Antworten nur in die Enge begrenzter Daseinsuniversen.
    Philosophieren ist kein Verhör mit Rollenteilung zwischen Fragenden und Beantwortenden.
    In der Philosophie haben Fragen den Wert von Antworten auf Fragen. Philosophie ist Fragen!
    Wir sind in einem Kreisverkehr, in dem alle Ausfahrten in Sackgassen münden.
    Im Übrigen empfehle ich dringend die Lektüre von “Warum? Von der Obszönität des Fragens” von
    Aron Ronald Bodenheimer (bei Reclam).

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