Woher kommt die Liebesfähigkeit?

Du willst hassen?
Oh, das ist einfach.
Du willst lieben?
Oh, das ist schwierig.
HASS ist eine
Vereinfachung der
Gefühle auf ein
einziges Ziel: Spalten.
LIEBE dagegen: Kleben.
Schon Holz ist einfacher
zu spalten, als zu kleben.
Wer das auf Menschen
überträgt, weiß,
was Liebe ist: Arbeit.
Hass hat seinen Job
schnell und
endgültig erledigt,
Liebe hat’s
dauerhaft schwer.
Dunkle Geschwister
der Liebe, wie
Machtstreben
und Besitzerstolz
ringen mit den
hellen Schwestern
der Hochgefühle um
die Oberhand, die
laufend wechselt.
Woher also kommt die
Liebesfähigkeit?
Aus der Fähigkeit,
das Anfangsglück
der Liebe zum
Dauerglück zu machen.

 

13 Gedanken zu “Woher kommt die Liebesfähigkeit?

  1. Karlheinz Raum says:

    Da hätte ich mir meinen Kommentar an Hans sparen können.
    Du hast in Deinem Vorwort die Liebesfähigkeit wunderbar als Entwicklungsprozess beschrieben und dabei die 2 möglichen Ergebnisse beschrieben: Hass oder Liebe.
    Ja sogar die Mühe nicht vergessen, die erforderlich wäre, eine Spaltung zu vermeiden.
    Vielen Dank.

     
  2. kuhn hans-peter says:

    Liebe und Glück haben eine Gemeinsamkeit, man weiss nicht, wo hin sie fallen.
    Geliebt zu werden, ohne selbst zu lieben, bringt kein Glücksgefühl. Zu lieben ohne geliebt zu werden auch nicht.
    Zu lieben und geliebt zu werden, macht glücklich!!!
    Für Glück und Liebe gibt es keine Gebrauchsanleitung, beides können wir nicht finden, aber beides kann uns finden.
    Frohes Neues Jahr!

     
  3. Do Pfrogner says:

    Die Liebesfähigkeit ist angeboren. In der Tier- und in der Menschenwelt. Ohne Mutter-Kind-Liebe würden wahrscheinlich nur sehr wenige Arten lebensfähig sein. Und dann spürt wohl ein Jeder, welch unvergleichlich gutes Gefühl die Zuwendung ist, die Liebe zu anderen Menschen, zur Natur oder auch nur zu Hobby-Tätigkeiten.

     
    1. Bettina says:

      Das stimmt, ohne Liebesfähigkeit keine Lebensfähigkeit (wobei man natürlich noch darüber diskutieren könnte, ob die Brutpflege aus Liebe geschieht oder zur Arterhaltung).

       
  4. Wolfgang Engel says:

    Hallo ihr Lieben und allen ein gesegnetes neues Jahr!
    Dieses Thema motiviert mich. Danke.
    Woher kommt die Liebesfähigkeit? Welch großes Thema! Es ist nicht nach den verschiedenen Arten gefragt, auch nicht nach Hass oder Liebe, wobei vielerorts Hass und Liebe miteinander verglichen wird. Das Abwesendsein von Liebe ist nicht Hass, sondern „Gleichgültigkeit“. Beim Hass ist immer noch sehr viel Liebe im Spiel, zwar enttäuschte oder verletzte Liebe, aber immerhin Liebe.
    Nun, gefragt ist, „woher“ sie kommt. Ich verstehe darunter die Frage nach ihrem Ursprung. Und dazu möchte ich die Evolution bemühen:
    Auf der untersten Bewustseinsstufe der ganz jungen Menschheit ging es primär nur um die Frage des Überlebens.“Ich will überleben“.
    Es wurde jedoch irgendwann in grauer Vorzeit klar, dass das so nicht gut funktioniert. Besser ist es, sich zusammen zu schließen zu Horden, weil man gemeinsam stärker ist und „besser“ überleben kann. Das bedeutete aber gleichzeitig, dass in einem Kampf jeder auch auf den anderen mit aufpassen musste, nicht nur auf sich selbst. Aus der ersten Stufe, eine „ich“-Stufe, wurde eine „Wir“-Stufe. Man musste sich in der Horde auch um den anderen kümmern, nicht nur im Kampf, sondern auch wenn er krank wurde oder alt, oder wenn es zu wenig Nahrung gab usw. Die Horde konnte nur stark sein, wenn jeder einzelne stark war. Dieses Überlebensmodell war erfolgreicher und es entstand so die 2. Bewusstseinstufe, WIR sind zusammen stärker.
    Die dritte wurde wieder eine „Ich“-Stufe: Ich bin der stärkste in der Horde, ich bin der Anführer, der Häuptling, ich sorge für das Wohl aller, dafür müssen sie mir jedoch gehorsam sein…usw.

    Ich denke, hier wird deutlich, dass das Sich-kümmern die Evolution weiterentwickelt hat, und die ersten Ansätze von Liebe mögen hier vielleicht schon sichtbar geworden sein, weil einer sich vielleicht um einen anderen besonders gern gekümmert hat, ihn also bevorzugt hat. Warum? Weil mehr Sympathie spürbar war?
    Natürlich war immer auch die Fürsorge um die Kleinen wirksam. Durch gehaltvollere Nahrung und die sozialen Entwicklungen wuchsen die Gehirne. Dadurch wurden die Köpfe immer größer und die Geburt immer schwieriger. Die Lösung war, dass die Babys in immer früheren Entwicklungsstadien geboren werden mussten, damit beide die Geburt überlebten. Die Kinder wurden also immer unreifer geboren und waren auf immer mehr Fürsorge, Zuwendung und Unterstützung angewiesen. Das Überleben konnte also nur gesichert werden, wenn die Mütter und alle anderen Erwachsenen genügend liebevolle Zuwendung gaben…
    Die Frage, wie die Liebesfähigkeit entstanden ist, lässt sich aus meiner Sicht nur evolutionär beantworten.
    Da die einmal angestoßene Entwicklung des Bewusstseins in der Folge Stufe um Stufe aufwärts ging, wuchs natürlich auch die Liebesfähigkeit. Sie spiegelte sich auch im Gottesbild wider: Aus dem strafenden Gott wurde ein liebender Gott, und die Religionen entwickelten daraus dann auch die Höchstform der Liebe, die AGAPE, die völlig bedingungslose Liebe, die natürlich auch liebt, ohne selbst geliebt zu werden. Diese Fähigkeit bleibt bisher nur wenigen vorbehalten. Es sind Menschen, die sich bereits auf den höchsten Bewustseinsstufen befinden, die man bis heute eindeutig beschreiben kann: Stufe 8-9. Das Groß der Menschheit befindet sich auf Stufe 5, die Stufe der „Ratio“, Stufe 4, die Stufe des „Glaubens“, nimmt immer mehr ab, was evolutionstheoretisch zwingen ist. Stufe 5 ist natürlich eine „Ich“-Stufe, wir sehen es am allgemeinen Streben nach „Individualität“, (ich liebe mich selbst). Stufe 6 hingegen wird wieder eine „Wir“-Stufe. Auch sie kommt immer mehr ins „Bewusstsein“: nämlich dass wir alle im gleichen Boot sitzen und nur alle gemeinsam die Welt „retten“ können, (wir lieben alle Menschen, auch die Ausländer, außerdem die Natur, die ganze Schöpfung und wir wollen sie bewahren. Das ist Liebe!). Die Globalisierung und das Internet sind beste Voraussetzungen für diesen notwendigen neuen Bewusstseinsschritt.
    Alle diese Bewusstsstufen führen gleichzeitig auch zu einer immer weiteren Ausdifferenzierung der Liebesfähigkeit, weg vom Ego, hin zum großen Ganzen.
    Und die Gegenspieler? Die Extremisten, Trumps, Erdogans, Putins…
    Sie haben „Angst“. Angst vor der Entwicklung, wollen sich darum Macht sichern, ziehen Grenzen, bauen Mauern, kennen als Mittel gegen die Angst noch nicht den wirklich offenen Dialog, sondern reagieren noch mit Drohungen und Machtdemonstrationen. Menschen auf unteren Bewusstseinsstufen reagieren „grob“, wenig differenziert. Natürlich ist das gefährlich. Aber die Evolution schreitet unaufhaltsam weiter und die Zahl derer, die konstruktiver reagieren, wächst. Märkel mit ihrem Satz: „Wir schaffen das!“ Wunderbar! Wieviel Anerkennung hat sie weltweit dafür bekommen! Sie hätte allerdings den bayerischen Holzkopf mehr in die Schranken weisen können! Und die Jugend, die immer öfter ganz selbstverständlich mit Menschen anderer Rasse kommuniziert!
    Ich bin sehr hoffnungsvoll, trotz der Gefahr durch die alten Holzköpfe. Das „WIR“ wird wachsen, die Liebesfähigkeit wird wachsen und immer größere Kreise ziehen, bis sie in ferner Zukunft die ganze Welt umspannt. Aber immer auch wird es Leute auf niedrigeren Bewusstseinsstufen geben. Sie scheinen wohl einen tiefen Sinn zu haben: Muss sich doch die Liebesfähigkeit gerade an ihnen immer wieder beweisen und stärken….
    Ich grüße euch alle herzlich,
    Wolfgang

     
    1. Karlheinz Raum says:

      Lieber Wolfgang – ich vermute, dass man in der Evolution der letzten 100 Jahre die Stufe 6 mit Sex verwechselt hat, was zu einer Vermehrung auf fast 8 Milliarden geführt hat.

       
  5. Bettina says:

    Lieber Karlheinz,
    die Logik verstehe ich nicht, denn a) wurden in den westlichen Ländern seit der Erfindung der Pille viel zu wenig Kinder geboren (die Resultate werden uns in Hinblick auf die massiv fehlenden Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt und bei der Finanzierung der Rente noch schwer auf die Füße fallen)und b) werden Afrikaner ihr Verhalten diesbezüglich wahrscheinlich nicht verändert haben, oder?
    Ich glaube gar nicht, dass sich am sexuellen Verhalten so viel verändert hat…
    Lieber Wolfgang:“Der Mensch is guad, de Leit‘ san schlecht!“ (Karl Valentin).
    Dein Optimismus ist beeindruckend! Teilen kann ich ihn nicht.
    Sterben die „Holzköpfe“ wirklich aus und welche Köpfe kommen nach? Etwa Schwammköpfe? Oder Wasserköpfe – oder etwas anderes Weiches? Denken diese Köpfe nicht mehrheitlich lobbyistisch, gierig, machtversessen, einfach egoistisch. Wie hat man sich gefreut, als nach 16 Jahren Kohl-Birne wieder die SPD regierte. Was kam dabei u.a. heraus: Hartz IV zur Spaltung der Gesellschaft, Abschaffung der Vermögensteuer im Gegensatz zur Kohl-Regierung, unter der sie eingeführt wurde (!), den ersten Kriegseinsatz der Bundeswehr (dazu eine interssante Seite der „Informationsstelle Militarisierung e.V.: https://www.imi-online.de/2002/08/23/rot-gruen-war-voraus/)und die starke persönliche Bereicherung Schröders (Fischers und Co.) durch den an seine Regierungszeit anschließenden Lobbyismus.
    Kürzlich habe ich eine Serie namens „Sloborn“ gesehen, die von der Apokalypse handelt. Da konnte man dem Menschen in seiner ganzen Verderbtheit zusehen: Drogensucht, Profilierungssucht, Geldgier, Aggression, Hass, Alkoholkonsum, Ehebruch und -Scheidung, Ungerechtigkeit, Uneinsichtigkeit, Geiz, Elternmord, Brandstiftung, Erbschaftsstreit, Machtbesessenheit, Xenophobie, Hartherzigkeit, Realitätsflucht und -Verweigerung und totaler Egoismus, das ganze Programm. Und dann der Tod. Und die Umweltzerstörung natürlich.
    Als einziger Gegenpart ein junges Mädchen, das sich um den verbliebenen Rest ihrer Familie und noch ein paar Menschen mit großem Einsatz (Liebesfähigkeit!) kümmert.
    Es geht um eine Pandemie, eine tödliche Taubengrippe. Das ganze wurde kurz vor Corona gedreht. Es war wieder einer dieser knallhart-realistischen Filme wie Pulp Fiction oder Breaking Bad.
    Deine Ausflüge in die Evolutuion hören sich ein wenig nach Steiner-Sprech an und sind meiner Meinung nach etwas „gewagt“.
    Der Merkel-Satz lautet übrigens in Gänze:“ „Ich sage ganz einfach: Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das! Wir schaffen das, und dort, wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden, muss daran gearbeitet werden. Der Bund wird alles in seiner Macht Stehende tun – zusammen mit den Ländern, zusammen mit den Kommunen -, um genau das durchzusetzen.“
    Zur Liebe auch zu „Ausländern“: „Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“ (auch Karl Valentin).

     
  6. Karin says:

    Die vielen verschiedenen Liebesformen kennen wir ja alle. Aber wo kommt die Liebe her? Wissenschaftler sagen, sie entsteht im Gehirn. Durch Ausschüttung z.B. von Dopamin und Serotonin entstehen Glücksgefühle. Auch Berührungen erzeugen im Körper das Oxytocin, gut zu beobachten bei Mutter und Kind. Aber auch da, liebe Do, ist die Liebe nicht unbedingt angeboren. Wenn das so wäre, würde kein Tier Nachkommen verstoßen, wie das in der Natur auch vorkommen kann oder Eltern ihre Kinder. Wie kann es sein, dass ein männlicher Schwan durch einen verrückten chemischen Cocktail in seinem Gehirn ein Tretboot umwirbt, weil er es für eine potenzielle Liebespartnerin hält? Man weiß, dass die Liebesgefühle im Gehirn erzeugt werden, aber die Fähigkeit damit umzugehen, also die Liebesfähigkeit, entsteht dann durch Erfahrungen, die wir mit diesen Gefühlen machen. Habe ich immer wieder Pech in der Liebe oder auch mit Liebesobjekten, die ich im Rausch schöner Gefühle und Geld erstanden habe, dann verkümmert zwar nicht die Fähigkeit, sondern sie verwandelt sich in Depression und Selbstmitleid. Schwer ist es allemal sich selbst zu lieben und anzunehmen wie man ist (wird ja in der Spiritualität propagiert), aber wenn der Durchbruch mal geschafft ist, lebt die Liebesfähigkeit wieder auf.
    Ich sehe gerade, dass ich viel zu spät bin mit meinem Kommentar, aber der Text lag heute irgendwie vor meiner Nase und wollte wohl geschrieben sein.

    .

     

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